Zitat von Pale Blue Eyes im Beitrag #31
Der Aufwand, den @GHP betreibt ist extrem hoch. Wenn man die aufgewendete Zeit bepreisen würde...
. Vielleicht kann @GHP mal sagen, wie lange er so durchschnittlich für das Remaster eines Albums braucht.
An die Bepreisung will ich gar nicht denken. Dann wird mir nämlich ganz übel, wenn ich bedenke, daß man im Studio für das was ich in den letzten 20 Jahren privat gemacht habe, wohl ein Häuschen verdient hätte.

Ich habe so um die 2000 Alben remastert. Teils mehrfach, den technischen Möglichkeiten entsprechend. Das heißt, heute habe ich Möglichkeiten von denen ich vor 10 Jahren nur zu träumen wagte. Manchmal tun sich innerhalb eines Jahres ganz neue Machbarkeiten auf. Unglaublich, was sich technisch tut. Wobei ich aber auf KI-Tools verzichte, d.h. bei mir gibt es noch Handarbeit !
Der Trend geht eindeutig in Richtung KI, sowohl was die Komposition betrifft, als auch die Bearbeitung. Mastering durch KI gewinnt tatsächlich immer mehr an Bedeutung, wird dadurch aber nicht unbedingt besser. Viele Möchtegern-Engineers träumen davon, ohne großes Wissen mit 3 Knöpfen ein Mastering durchführen zu können. Na ja ...

Der finanzielle, vor allem aber zeitliche Aufwand ist enorm. Wäre ich kein Privatier wäre das sicherlich unmöglich, da der Aufwand den ich entfallte normalerweise nur im Studio gegen Bezahlung geleistet werden kann. Wie ich bereits sagte, habe ich viele Jahre gebraucht mir das nötige Wissen und Equipment anzueignen. Über die Jahre hinweg habe ich den Bearbeitungsprozess immer weiter verfeinert und zeitlich optimiert. Im Prinzip kann ich ein Album in 1 Stunde remastern, wenn alles passt. Wenn nicht alles passt, kann dies durchaus 5-6 Stunden dauern. Das aber auch nur deshalb so schnell, weil ich DAWS, Plugins und Tools sofort einsatzbereit habe. Die nötigen Einstellungen sind abgespeichert (presets) und können als Basis jederzeit variiert werden. Müsste ich jedes mal alles neu einstellen würde ich wohl wahnsinnig. Die Programme und ihre Konfiguration, ebenso wie die der Rechner und des periphären Equipments, freilich erfordert verdammt viel Zeit bis alles läuft. Hier ist oftmals viel Rumgemache an der IT notwendig.
Als werktätiger Mensch oder als familiär eingebunden, ist dies absolut unmöglich, das ist klar.
Mal abgesehen vom Ergebnis, lernt man aber auch ungeheuer viel dabei über technische Zusammenhänge, die Branche der Musikproduktion und vieles mehr was mit Musik und Technik zu tun hat.