Hallo,
Zitat von CD-Sammler im Beitrag #5
War mir zwar alles irgendwie auch vorher klar, bringt das Thema aber gut auf den Punkt.
er hat in einigen Dingen recht. Er wählt aber nur Ansätze aus der Verhaltensforschung, grenzt aber andere Gesichtspunkte aus.
Als Jugendliche haben wir LP's gekauft und uns Kassetten mit den besten Songs zusammengestellt. Später CD's gebrannt mit den Lieblingssongs der gelkauften CD's. Es wurden also schon immer Zusammenstellungen (Playlists) angefertigt. Klar hat man auch mal die komplette LP oder CD durchlaufen lassen. Das war der Fall, wenn es auf den LP's die ja nur ca. 40 Minuten lang waren nicht zu viele "Filler" gab. Sog. Konzeptalben waren immer schon eine Ausnahmeerscheinung.
Soll heißen: Es haben sich nicht nur die technischen Rahmenbedingungen geändert, die zu einem anderen Nutzerverhalten führen. Auch andere Parameter haben sich geändert. Es wird eben viel Ramsch produziert und bei einem Album kann man heute vielleicht nur 2-3 Songs genießen. Und die Laufzeit einer CD beträgt über 70 Minuten. Da kommt man doch ohne Skip nicht durch. Früher waren bei den guten Alben vielleicht mal 1-2 schlechtere Songs drauf. Da fällt es nicht schwer, das ganze Album durchlaufen zu lassen. Und: Ich denke, dass auch eine schlechte Klangqualität der Aufnahme (vielleicht sogar unbewusst) dazu beiträgt, dass man nicht länger hören möchte.
Also es stimmt, dass die grenzenlose Verfügbarkeit von Musik das Nutzerverhalten beeinflusst. Man kann schneller die Songs wechseln und hat sehr viel Auswahl. Das ist kein wirkliches Musikhören mehr sondern ein Musikreinhören, nicht gut und macht auch nicht zufrieden. Aber um mal bei dem Beispiel mit dem Pizzabuffet zu bleiben aus dem Video: Wenn ich 6 Pizzen vor mir habe und nur 1 Pizza ist gut: Wechsle ich dann dauernd zwischen den Pizzen hin und her ?

. Hohe Verfügbarkeit und Auswahl reichen offensichtlich nicht.
Oder vielleicht gehe ich sogar zum Italiener mit der besten Pizza und esse in schönen Ambiente und gehe zufrieden nach Hause. Das Gesamterlebnis zählt letztendlich würde ich sagen. Und zum Gesamterlebnis zählt auch die Klangqualität der Anlage. Die ist heutzutage im Durchschnitt wohl eher bescheiden auf dem Handy. Das ist auch eine Rahmenbedingung, die sich geändert hat.
MfG
PBE