Gestern hatte ich Gelegenheit, in einem bekannten Münchner Studio eine großartige Demonstration von Studiomonitoren der Firma Neumann zu erleben.
Neumann ist im Studiobereich bei Mikros - die weltberühmt sind und den Ruf der inzwischen zu Sennheiser gehörenden Firma begründet haben - und Studiomonitoren samt Einmeßsystemen, ebenso wie bis dato zwei Kopfhörermodellen, im Tonstudioeinsatz eine globale Größe. Gerade in der DACH-Region ist Neumann quasi Standard. Aber auch in Übersee sind Neumänner öfter anzutreffen. Klang und Qualität der Produkte sind ganz weit oben anzusiedeln.
Da ich ein NDA unterzeichnen mußte, kann ich leider keine Bilder zeigen, noch genau sagen, um was für eine Neuheit es sich dabei gehandelt hat, die als Vorabpräsentation erfolgte. Na gut, was ich wohl sagen darf ist, daß es sich um einen neuen volleinmeßbaren Midfield-Monitor gehandelt hat. Da die inzwischen schon legendären KH 310 allgemein bekannt sind, darf ich sagen, daß diese im Vergleich zum neuen Produkt mit und ohne Sub-Unterstützung vorgeführt wurden.
Die KH 310 sind herausragend gute Nah- bis Midfield Studiomonitore die mehr leisten als man aufgrund ihrer kompakten Größe vermuten würde. Damit lassen sich 50m² Räume durchaus beschallen. Wer die Kontraoktav unbedingt voll rüberbringen möchte benötigt einen Sub. Und davon gibt es bei Neumann einige. Das Ganze mit modernster Einmesstechnik, versteht sich. Aber auch ohne Sub sind die 310er voll tauglich als Abhöre auf hohem Niveau. Das "neue Produkt" hat da nun doch noch einen deutlich draufgesetzt ! Auch ohne Sub gab es ordentlich Schub. Es wurden Pegel um 110dB(A) gefahren, also richtig Schmackes !
Großartige Auflösung und Räumlichkeit paarten sich mit vorzüglicher Transientendarstellung bei enormer Pegelfestigkeit. 100+ dB sind jetzt nichts, was man dauerhaft gutieren sollte. 
Auch hatte ich Gelegenheit, zusätzlich zu den üblichen Qobuz-Streamings meine eigenen Remasters (Donald Fagen - The Nightfly) zu hören. Immer wichtig, daß wenn man selbst bearbeitet, man seine Arbeit auf anerkannten Referenzen hören kann die sich von den selbst verwendeten Monitoren unterscheiden. Und ich muß sagen, daß sich Neumann und Genelec nicht so groß unterscheiden. Es war klanglich auf jeden Fall großartig. Studiosound vom Feinsten !
Da Neumann mit dem NDH 30 auch einen anerkannt guten Studiokopfhörer liefert, habe ich die Gelegenheit ergriffen, diesen ebenfalls mit eigenem Material im Vergleich zu testen. Als Vergleich dienten hier der HEDDphone D1, der inzwischen sehr gut beleumundet ist und der ebenfalls von Klaus Heinz stammende ArcTec AB 92. Letzterer ein Magnetostat für 2400 Taler, bei dem materialtechnisch aus dem Vollen geschöpft wurde. Da nach ausgiebiger Hörsession sich der klangliche Unterschied zum D1 doch in Grenzen hielt, wie das bei teuren KH meiner Meinung nach immer der Fall ist, entschied ich mich schließlich dazu, den D1 mitzunehmen. Es erfolgt nun in den nächsten Tagen ein ausgiebiger "Soundcheck at home".
Da Experten von Neumann und Sennheiser vor Ort waren - es begann mit einem technischen Vortrag über Studiomonitortechnik - ebenso wie diverse HiFi-Freunde und Soundprofis, ergab sich die Möglichkeit längerer Gespräche, so daß die Gesamtsession satte siebeneinhalb Studen dauerte. Ich war tatsächlich erst nach Mitternacht wieder zuhause. So mußte gestern der Stammtisch des Analog Forums ohne mich stattfinden. 
Summa summarum ein erlebnissreicher Tag mit viel Technik, tollem Sound, dem 46. KH und ein paar neuen Erkenntnissen. Auch werde ich am Veranstaltungsort in Zukunft (Nennung aufgrund des NDA problematisch) zukünftig einige Studiomonitore in Ohrenschein nehmen, da ich vielleicht doch noch mal meine Abhöre aufrüste. Andererseits bin ich mit dem was derzeit läuft eigentlich sehr zufrieden.
Schaumer mal ...