#41

RE: Was wäre wenn... die digitale Revolution gescheitert wäre?

in Technik - Hifi-Bereich 02.10.2017 21:15
von Simplon • 959 Beiträge

Hi Maldix,

Aber die Sichtweisen sind, so denke ich, ausgetauscht. Ich argumentiere, dass es früher höhere musikalische Qualität gab und Du argumentierst, dass es dank der Digitalisierung heute eine größere Bandbreite an Musikstilen geben kann. Dein Argument ist auch richtig.

Simplon


It don´t mean a thing if it ain´t got that swing (Duke Ellington, lyrics: Erving Mills, 1931)
zuletzt bearbeitet 02.10.2017 21:17 | nach oben springen

#42

RE: Was wäre wenn... die digitale Revolution gescheitert wäre?

in Technik - Hifi-Bereich 02.10.2017 21:19
von maldix • 2.179 Beiträge

Die Frage für mich ist dabei, woran machen wir die Qualität fest? Das ist nämlich nicht so einfach.


auditorus te salutant
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#43

RE: Was wäre wenn... die digitale Revolution gescheitert wäre?

in Technik - Hifi-Bereich 06.10.2017 19:57
von maldix • 2.179 Beiträge

Hi Simplon,

Was mir zu dem Thema aber noch einfällt bzw. warum ich denke, dass es nicht einfach ist hier einen Konsens zu erhalten, falls man das überhaupt möchte.

Die Fragestellung ist recht global gehalten und lässt folglich auch einen großen Spielraum sich argumentativ auszutoben. Es ist natürlich einfacher sich über ein sehr schmalbandiges Thema gezielt zu unterhalten. Je philosphischer und breiter dieses wird, umso mehr mischen sich weitere Gesichtspunkte und Ansichten mit ein.

Es steht für mich auch außer Frage, dass die Beatles und einige andere Künster der Zeit Außnahmen sind und bleiben. Ebenso die großen Komponisten und Künster früherer Tage. Vor der Zeit der Aufzeichnung, sind dies mehr die Komponisten die wir kennen und weniger die ausführenden Künstler. Die Aufzeichnung von Ton verlagert dieses. Eine analoge Revolution?
Nun kommen neue Technologien zum Tragen, die sich zudem mehr und mehr in allen Bereichen ansiedeln und die Möglichkeiten für vieles erhöhen.

Nun stellen sich viele weitere Fragen (einige haben wir ja schon angesprochen im Forum).

Gute Musik? Wer sagt was gute Musik ausmacht? Oder was ist schlechte Musik?
Welche Künstler sind die die in Erinnerung bleiben und bei wem?

Wenn wir die Bandbreite der Diskussion einengen auf die Technik, dann wird das vielleicht für manche einfacher.
Da können wir dann über Gerät a oder b reden, Schaltung x oder y, Klang gut oder schlecht oder anders.
Hättes kein digital gegeben, dann wäre zumindest der Investitionsschutz etwas besser, da die Interaktionen der Neuerungen, Updates ect. Längere Intervalle hatten.
Da wurden Geräte für die “Ewigkeit” gebaut. Wenn ich mir gerade die tollen T&A Geräte anschaue, besonders den Musik-Server, dann frage ich mich, warum hier Firmen nicht Modularer unterwegs sind. Es sind garantiert nicht immer alle Komponenten die sich in einen neuen Gerät auch als Neuentwicklung zeigen. Das kann sich auch kein Hersteller nicht leisten.

Also da könnte die Digitalisierung etwas langsamer oder geplanter stattfinden.


auditorus te salutant
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#44

RE: Was wäre wenn... die digitale Revolution gescheitert wäre?

in Technik - Hifi-Bereich 06.10.2017 20:41
von Simplon • 959 Beiträge

Hallo Maldix,

das ist bestimmt kein Thema für Konsens, da gebe ich Dir recht. Und das die digitale Technik immer besser wird, wissen wir beide. So ein kleines Colibri war und ist schon nahe an der Spitze der analogen MC´s, da wäre nichts revolutionäres mehr gekommen.

Am Anfang war ich breiter unterwegs, heute stellt sich mir nur noch die Frage, ob die ständige digitale Verfügbarkeit die Qualität der Musik negativ beeinflusst. Ich betrachte hier die Musik ab den 60ger Jahren, weniger die ollen klassischen Komponisten. Im Radio sagte neulich ein Moderator, es gab noch nie soviele Eintagsfliegen wie heute. Wer bringt es noch auf 10 Alben?

Ich kann es auch nicht belegen. Aber von "Yesterday" von den Beatles gibt es über 1.500 Coverversionen. Gibt es heute Leute wie Bob Dylan, gestern als letztjähriger Nobelpreistraeger im Fernsehen gespielt und Joni Mitchell hätte den Preis auch verdient. Wer heute hat noch solch eine Ausstrahlung.

Jede Musik, bei der der Rhytmus und damit seine Seele vom Computer kommt, ist für mich von Haus aus tot, z.B. Techno.

Ich finde auch im Jazz z.B im Pianobereich niemanden mehr wie Jarrett, Corea oder Hancock, und ich kenne viele junge ECM- und ACT- Pianisten. Bei den Trompetern war schon Wynton Marsalis Anfang der 80er der Höhepunkt. Beim Saxophon tut sich auch nichts mehr seit Wayne Shorter. Technisch sind viele gut, aber es fehlt was.

Aber weil das ein wackeliges Statement ist und ich ggf. auch nur noch altersbedingt zurückschaue, bringt die Diskussion eigentlich auch nichts. Leute wie Tom sehen das wahrscheinlich ganz anders.


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zuletzt bearbeitet 06.10.2017 20:48 | nach oben springen

#45

RE: Was wäre wenn... die digitale Revolution gescheitert wäre?

in Technik - Hifi-Bereich 09.10.2017 12:13
von Simplon • 959 Beiträge

Zitat von maldix im Beitrag #42
Die Frage für mich ist dabei, woran machen wir die Qualität fest? Das ist nämlich nicht so einfach.


Tom hat gestern unter "was läuft gerade" das neue Album "Kind of spain" von Wolfgang Haffner vorgestellt. In einem Interview im JazzPodium 11/2017 sagt Haffner auch etwas zu unserem Dialog:

Wolfgang Haffner:" Hört man die Musik vieler Stars wie Pat Matheny oder Randy Brecker, ... kann man die Wärme und Liebe, die in ihr steckt, spüren.Eine Qualität, die meiner Meinung nach der heutigen Musik immer mehr abhanden kommt. ... Der harte Wettbewerb, der heute vorherrscht und der damit einhergehende Druck, der auf vielen Musikern lastet, führt dazu, das die Musik und die Musiker kaum noch Zeit haben, sich zu entwickeln.Die Anforderungen und Veränderungen des Marktes haben dazu sicherlich wesentlich beigetragen." Weiterhin sagt er, das zu viele hochschulgebildete Musiker zu wenig Auftrittsmöglichkeiten haben, um sich das Rüstzeug für eine Karriere zu holen. Er bemängelt auch, dass viele junge Schlagzeuger sich nicht mehr für das interessieren, was Musiker wie DeJohnette oder Blade ins Schlagzeugspiel eingebracht haben, sondern nur noch auf sich selbst schauen. Als Gegenbeispiel nennt er z.B. Ian Paice von Deep Purple, der von Count Basie, Duke Ellington oder Buddy Rich beeinflußt, einen unverkennbaren Sound entwickelt hat, der Deep Purple so einzigartig und unverwechselbar gemacht hat (Soweit Wolfgang Haffner).

Wolfgang Haffner sagt hier das, was ich auch geschrieben habe. Übrigens schwärmt er auch von Steve Gadd, von dem ich neulich auch in "was läuft gerade" geschwärmt habe, u.a. weil er ein genialer Begleiter ist.

Simplon


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zuletzt bearbeitet 09.10.2017 12:26 | nach oben springen

#46

RE: Was wäre wenn... die digitale Revolution gescheitert wäre?

in Technik - Hifi-Bereich 10.10.2017 18:33
von Simplon • 959 Beiträge

Wilfried Kress zitiert in HiFi & records 4/2017 David Bowie, der zu Beginn dieses Jahrtausends prognostizierte, dass Musik schon bald ein Konsumgut wie Wasser und Strom wird. Dafür muss man allerdings bezahlen, für viele Musikstücke aber nichts. Wo die 250.000 Songs bei Apple und die Millionen songs bei den großen Streamingdiensten herkommen und ob sie bezahlt sind, fragt in der digitalen Welt niemand nach.

Simplon


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zuletzt bearbeitet 10.10.2017 23:52 | nach oben springen

#47

RE: Was wäre wenn... die digitale Revolution gescheitert wäre?

in Technik - Hifi-Bereich 12.10.2017 03:22
von maldix • 2.179 Beiträge

Hi Simplon,

Wie du sicher weißt, halte ich sehr viel von Wolfgang Haffner, den ich auch schon persönlich mal kennenlernen durfte. Seine geäußerte Ansicht kann ich, wie deine auch, grundsätzlich auch nachvollziehen. Ich sehe es halt etwas anders.

Musik war aber irgendwie immer ein “Konsumgut”, lediglich das Klientel wer konsumierte unterscheidet sich. Musik können sich heute einfach mehr Leute leisten.
Dass nun die Künstler in der Verteilung je nach Vertrieb weniger bekommen hat aber auch andere Gründe. Mit Musik richtig Geld zu verdienen ist auch nicht einfach. Es gibt viele gute Künstler die es warum auch immer nicht schaffen, gut von Ihrer Profession zu leben. Auch viele der großen bekannten haben das zu Lebzeiten nicht wirklich können. Außnahmen bestätigen m.E. hier auch wieder die Regel.

Digitalisierung ermöglicht durchaus, wie auch in anderen Bereichen des Lebens, mehr Komfort und Verbesserung von Bedingungen. Wie aber auch schon bei der Automatisierung durch Einsatz von Maschinen, veränderten sich viele Dinge und es bleiben auch immer welche auf der Strecke. Die Kehrseite der Medalie in Sachen Weiterentwicklung und Wohlstand.

Nun ist für mich ja der Schritt von Anlöge zu Digital, evolutionärer Art. D.h. Man kann es mögen oder nicht, ist aber nun mal so gekommen.

Ich bin mir nicht sicher, dass es in der Weiterentwicklung, wenn es denn nun mal komplett Analoge geblieben wär, irgendwann noch wirkliche Vortschirtte evtl auch Verbesserungen größerer Art gegeben hätte.


auditorus te salutant
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#48

RE: Was wäre wenn... die digitale Revolution gescheitert wäre?

in Technik - Hifi-Bereich 12.10.2017 19:23
von Simplon • 959 Beiträge

Hi Maldix,

ich wollte das Thema ja auch abschliessen. Haffner und auch Bowie haben mir aber so aus der Seele gesprochen, das ich das noch loswerden musste.

simplon


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zuletzt bearbeitet 12.10.2017 19:24 | nach oben springen

#49

RE: Was wäre wenn... die digitale Revolution gescheitert wäre?

in Technik - Hifi-Bereich 13.10.2017 00:12
von maldix • 2.179 Beiträge

👍 alles gut 😊 wenn nur wir beide uns darüber unterhalten und das ansonsten kein weiteres Interesse findet, wir sind uns da schon grün 👍


auditorus te salutant
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