#11

RE: Optimale Hörumgebung?

in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 02.08.2015 18:25
von maldix • 2.562 Beiträge

Hi Hermann,

nun muss man auch sagen, dass du ähnlich wie auch Antwerp, über Räumlichkeiten verfügst, die von hause aus mit Moden eher weniger belastet sind. Wenig parallele Wände, offen allerdings auch mir Reflektionsflächen und auch "natürlichen" Diffusoren ect. Dadurch kommen viele Fragen einfach nicht auf. Dies ändert sich, wenn das Wohnzimmer ein Kubus ist, bei dem alle Wände mehr oder weniger parallel sind und der Raum recht klein. Wenn es dann noch Fliesen und große Fenster hat, dann werden diese Räume schnell lästig.


auditorus te salutant
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#12

RE: Optimale Hörumgebung?

in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 03.08.2015 10:07
von Bernie • 1.255 Beiträge

gegen das WOhnzimmer als Hörraum spricht eigentlich auch nichts solange man sich etwas Freiheit bei der Aufstellung gönnen kann. Wenn die teuren LS irgendwo in die Ecken neben eine Schrankwand gestopft werden kann das nicht klingen. Wenn sie aber einigermassen frei stehen können und man genügend Möbel und Teppiche hat steht gutem Klang eigentlich nichts im Wege. Raummoden kann man prima aktiv bekämpfen, passive Maßnamen sind da nicht mein Ding. In meinem Raum habe ich eine kritische Mode bei 45 Hz die gute 10db zu laut ist. Wenn ich mir mal im Raumrechner ansehe das selbst mit vielen dicken Absorbern in den Ecken meine Mode gerade mal 2-3db verliert...da müsste ich mir den ganzen Raum vollstellen. Dann lieber der Dreh am parametrischen EQ. Damit hab ich einen recht glatten Frequenzverlauf.
Ein genauso großes Problem aus klanglicher Sicht sind die Frequenzeinbrüche die man auch fast immer hat. In Räumen um die 20m² sind die immer im Bereich zwischen 50 und 120hz, also gerade im wichtigen Grundtonbereich. Dadurch wird die Musik schnell dünn und lästig, und diese Einbrüche lassen sich viel schwieriger korrigieren. Davon sind auch Kompakt-LS betroffen. Da kann man nur mit der LS-Aufstellung experimentieren und evtl. etwas am EQ drehen (aber nur einige wenige db). Ohne Meßmicro geht da aber nichts, das gehört zu einer guten Anlage dazu.


PC mit Audiophile Optimizer, Fidelizer Pro, Roon, Mathaudio Room EQ (offline Faltung)-> AIR -> Devialet 1000Pro CI -> Inakustik 4004 AIR LS Kabel -> Vivid Audio Giya G2
zuletzt bearbeitet 03.08.2015 10:09 | nach oben springen

#13

RE: Optimale Hörumgebung?

in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 03.08.2015 20:37
von GHP • 2.383 Beiträge

Servus Bernie

Mein Wohnzimmer hat etwa 25m² und natürlich habe ich teils massive Pegelunterschiede im Bereich ab 120Hz abwärts in Abhängigkeit von der Raumposition. Dies aber glücklicherweise nicht an der Abhörstelle. Zumindest keinerlei Pegeleinbrüche, so daß von ausgedünntem Klang definitiv nicht die Rede sein kann. In meinem alten Apartment habe ich Pegeldifferenzen bis zu +- 20dB gemessen !
Da wird es aufgrund begrenzten Amplitudenhubs bei EQs schon recht schwierig. Ich habe damals, Ende der 90er, eine Raumeinmessung über einen grafischen Terzband-EQ + 4-bändigem Parametric-EQ vorgenommen. Auf dem RTA sah's gut aus - geklungen hat es fürchterlich.

Bei einer Einmessung mit einem Accuphase DG-28 sah es dann schon besser aus. Nur war der mir zu teuer. Zumal der nur für Raumkorrekturen und nicht für tontechnisches Arbeiten gedacht war.


Hybride Grüsse - GHP

nunmehriges Goldohr ! ;-)
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#14

RE: Optimale Hörumgebung?

in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 03.08.2015 21:00
von CD-Sammler • 996 Beiträge

Zitat von Bernie im Beitrag #12
Wenn die teuren LS irgendwo in die Ecken neben eine Schrankwand gestopft werden kann das nicht klingen.


Hallo Bernie,

der Satz ist mir persönlich zu absolut. Eine solche Aufstellung ist sicherlich nicht optimal und reizt das Potential der Lautsprecher nicht aus, aber verhältnismäßig gut klingen können manche Lautsprecher auch unter diesem Umständen. Meine Lautsprecher sind beispielsweise in der Theorie auch nicht gerade optimal aufgestellt. Mit dem Klang bin ich dennoch sehr zufrieden. Allerdings laufen meine Speaker im engeren Sinne auch nicht unter der Rubrik "teure LS"...

Musikalische Grüße,
Alex


MP3 sind Fastfood. Echte Genießer hören FLAC!
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#15

RE: Optimale Hörumgebung?

in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 03.08.2015 22:56
von Bernie • 1.255 Beiträge

Hi Alex,
teuer ist ja relativ. Und natürlich kann man auch unter ungünstigen Bedingungen zufriedenstellenden Klang erzielen. Aber optimal ist das dann trotzdem nicht, ein LS braucht immer etwas Platz und Abstand zu den Wänden bzw. Möbeln. Wenn man das nicht realisieren kann macht es meines Erachtens wenig Sinn was richtig teures zu kaufen. Dann muss man aus der Situation eben das beste rausholen. Einen dedizierten großen Hörraum hat außer Peter ja sonst kaum jemand, auch bei mir spielt die Anlage unter ihren Möglichkeiten, trotz jeweils >1m Abstand zur nächsten Wand. Dazu fehlen ca. 10 m². Und genau wie Du bin ich trotzdem zufrieden.


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#16

RE: Optimale Hörumgebung?

in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 04.08.2015 00:23
von maldix • 2.562 Beiträge

Alternativ könnte man sich ja auch Lautsprecher kaufen, die genau eine wandnahe Aufstellung benötigen. Da würde ich z.B. Totem Accoustic erwähnen, die man sogar direkt an die Wand stellen oder daran befestigen kann. Einige Modelle nutzen die Wand sogar. Also hier gäbe es auch Möglichkeiten, aus einer Not eine Tugend zu machen.


auditorus te salutant
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#17

RE: Optimale Hörumgebung?

in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 04.08.2015 09:39
von Bernie • 1.255 Beiträge

klar, z.B. Klipsch Eckhorn. Aber der typische Wohnzimmer-LS ist das auch nicht
Für wandnahe Aufstellung konzipierte LS sind aber nur im Bass entsprechend schlank abgestimmt. Andere Nachteile einer wandnahen Aufstellung wird man dadurch aber nicht los, z.B. unpräziserer Klang durch frühe Reflektionen von der Rückwand und eingeschränkte Räumlichkeit.
Ich sag ja nicht das man kein akzeptables Ergebnis auch unter ungünstigen Bedingungen hinbekommt, sondern nur das es nie optimal sein wird.


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#18

RE: Optimale Hörumgebung?

in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 04.08.2015 10:02
von tom539 • 1.554 Beiträge

Hallo,

einen separaten Hörraum können (wie bereits mehrfach beschrieben) wohl nur die wenigsten realisieren - sei es aus Platzgründen oder weil man bewusst die Anlage im Wohnzimmer haben will.

Wenn man sich der Gegebenheiten des Hörraumes bewusst ist und sein bevorzugtes Klangbild kennt, kann man entsprechend agieren.
Dabei muss man meiner Meinung nach auch nicht wirklich "große" Kompromisse eingehen und kann schon mit einfachen und günstigen Mitteln (bei mir: ein Vorhang hinter der Hörposition, der den Raum akustisch "abschließt") viel erreichen.

Nach dem Raum ist wohl der LS und dessen Aufstellung die wichtigste Komponente. Da der Markt hier sehr viel Auswahl bietet (leider oft sehr dezentral...), wird sich für jede Situation der richtige Lautsprecher finden lassen.
Das ein kleiner Kompaktlautsprecher (ggf. mit Subwoofer) dabei die "bessere" Wahl sein kann, habe ich durch den Test von Maldixs Focal 1028BE in den letzten zwei Wochen bei mir zu Hause selber feststellen können - dazu später mehr im separatem Bericht.

Ich habe jedefalls das Gefühl, in meinem Hörraum das für meinen Geschmack und finanziellem Aufwand bestmögliche erreicht zu haben und bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Was nicht heißen soll, dass hin und wieder mal was ausprobiert und getestet wird...


Gruß, Tom
... just listen
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#19

RE: Optimale Hörumgebung?

in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 04.08.2015 11:30
von Bernie • 1.255 Beiträge

Hi Tom,
Du hast aber auch schon alle Standardmöglichkeiten ausgeschöpft. Die LS stehen auf ordentlichen Ständern und haben soviel Raum wie unter den gegebenen Umständen möglich, die Anlage steht in einem sehr guten Rack, dazu noch der Vorhang nach hinten...mehr kann man da sinnvoll nicht machen. Klar, man kann dann noch anfangen die Ecken mit Absorbern vollzustellen, aber zum einen ist das bei Dir nicht notwendig und zum anderen hat man dann kein wirklich wohnliches Zimmer mehr.
Besser bei Bedarf einen Teppich oder ein Sofa kaufen als die Wände mit Absorbern zu bekleben. Es ist ja nicht mit 2 oder 3 Absorbern getan. Ich hatte mal leihweise ca. 2 m² Basotect Platten. Damit hat sich weder messtechnisch noch hörbar irgendwas verändert.
Um auf diese Weise wirklich etwas zu erreichen muss man wohl mindestens 20% aller Wandflächen damit bedecken bzw. jede Raumecke mit dicken Bassabsorbern vollstellen.
Das geht optisch verträglich nur in sehr großen Räumen, zumal hier auch die Bassmoden in recht unkritischen Bereichen auftreten.


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#20

RE: Optimale Hörumgebung?

in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 04.08.2015 12:50
von maldix • 2.562 Beiträge

Ich denke, dass man auch nicht in einem Aufnahmeraum oder Hörstudio lebt. Man kann schon mit vertretbaren Aufwänden, oder auch mit bestehenden Einrichtungsgegenständen, schon recht viel erreichen. Irgendwann kommt man immer an Grenzen, und wenn dies nur die der Mitbewohner sind, welche sich weigern in einem Hifi Studio zu wohnen und nur die Plätze benutzen dürfen, die den Klang nicht signifikant Beeinflussen. Auch der Plattenresonator ist nicht in jedem Wohnraum ein echter Eyecatcher.


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