#51

RE: Herangehensweise?

in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 18.06.2016 18:27
von tom539 • 1.554 Beiträge

Hallo zusammen,

endlich wieder Wochenende - nach einem Urlaub stapelt sich bekannter Weise die Arbeit...
Daher erst jetzt ein paar Zeilen zu den Raumoptimierungen.

Durch diverse Aktivitäten in der letzten Zeit (Vergleichshören meiner Kudos Super10 zur aktiven Sonus Natura "Audire" und der "SuperHL5 plus" von Harbeth sowie diversen Sessions bei Maldix) wollte ich etwas an der Raumakustik "arbeiten".

Also das besagte Material bestellt und direkt in Köln abgeholt.

Zunächst habe ich die beiden Bass Traps in die Ecken und die Pyra Schall verbaut. Dank Sprühkleber geht das recht einfach und fix. Man sollte allerdings direkt in Endposition anbringen, sonst muss man die Teile wieder abreißen und neu ankleben - Versuche mit doppelseitigem Klebeband waren (bei mir) nicht erfolgreich. Bei den Bass Trap hat man ja aber auch nicht viel Wahl mit der Position - also ab in die Ecke damit!

Testsongs vorher und nachher waren u.a.:

  • Seal - Deep Water und Violet
  • Keb Mo - Am I wrong und Don´t try to expain
  • Fink - Trouble und Sort of revolution
  • Cultured Pearls - Hatecycle und Sences


  • Diese Songs hatte ich beim Hifi-Händler in Köln auch beim Test der Harbeth gegen meine Kudos gehört (an Naim CD555 + 555PS, 552, 250DR) und stellen einen guten Mix der Libary dar.

    Nun zu den ersten "Veränderungen" des Bassbereiches - diesen gilt es in erster Linie zu optimieren, damit er etwas fokussierter und druckvoller spielt, dabei aber die 2. Längsmode bei 44 Hz nicht so sehr anregt.
    Und tatsächlich bringen vor allem die beiden Bass Traps eine Verbesserung in die gewünschte Richtung. Bei Seals Violet z.B. ist ein weicher und langgezogener Bass enthalten, der vor der Optimierung bei gehobener Lautstärke voll auf die Raummode "drückt".
    Durch die Bass Traps lässt sich das "natürlich" nicht ganz beheben - es ist aber klar besser als vorher. In wie weit die Pyra Schall hier mitwirken, kann ich nicht genau sagen - gefüllt war es mit und ohne nahezu gleich.
    Die übrigen Bereiche, also Mittel- und Hochton, haben durch diese Maßnahme ein wenig mehr Konturen bekommen, wenn auch sehr gemäßigt.

    Nach dieser ersten Maßnahme ging es erst mal in die Sonne, bevor die Optimierung mit dem zweiten Teil mit den Bildern sowie der Königspyramiden vervollständigt wurde.

    Die beiden Bilder hängen schon länger an den Seiten und haben ein Holzkreuz, auf dem eine Leinwand gespannt ist. Also entsprechende Stücke vom Pyra Glatt ausgeschnitten und hinter die Bilder eingefügt. Von vorne sieht man keinen Unterschied zu vorher - beim Klang schon...

    Auch wenn hier nicht viel Material verbaut wurde, reduziert es die seitlichen Reflektionen und lässt das Klangbild etwas mehr in die Mitte wandern. Zusätzlich wird der Fokus und die Konturen etwas "schärfer" bzw. detaillierter. Schon mal gut...

    Als letzten Schritt sind dann die Königspyramiden an die Decke "montiert" worden - auch hier direkt in Endposition. Diese werde ich aber noch mal neu anbringen müssen, damit das ein symmetrisches Bild gibt - schief soll zwar modern sein, gefällt mir aber so nicht...

    Und nachdem wir die insgesamt acht Pyramiden angebracht hatten, konnte man schon eine sehr deutliche Änderung feststellen - und das ganz ohne Musik. Bereits das normale Gespräch hört sich nun ganz anders an - gedämpfter, ruhiger, angenehmer. Auch beim Klatschtest zwischen vorderem (optimierten) und hinterem Teil des Wohnzimmers zeigten sich sehr deutlich die unterschiedlichen Nachhallzeiten.

    Und mit Musik?

    Ich sage nur - warum hab ich das nicht schon vorher gemacht?
    Die gleiche Wirkung wie bei den Bildern, nur sehr viel ausgeprägter. Das Klangbild gewinnt deutlich an Ruhe und hat nochmal an Konturen zugenommen. Allerdings spielt die Anlage nun nicht mehr ganz so "weit" seitlich über die LS hinaus und wandert noch mal mehr in die Mitte, des Weiteren ist es gefüllt 2-3 Einheiten leiser als vorher.

    An das geänderte Klangbild musste ich mich erst mal gewöhnen - aber je mehr bekanntes Material ich höre, umso besser gefällt es mir. Kann auch nun der Gewöhnungsefekt sein - wer weiß das schon immer so genau...
    Mir gefällt es jedenfalls sehr gut und trägt nochmal deutlich zur Zufriedenheit mit der Anlage bei.

    Am Donnerstag war Maldix für einen ersten Check da - und war auch bereits beim normalen Gespräch über die Veränderung sehr erstaunt. Da lief zwar Musik, aber nur sehr leise im Hintergrund. Später haben wir dann mit John Mayer, Pink Floyd, Fleetwood Mac und Allen Parson auf Vinyl ordentlich "Gas" gegeben - mit Lautstärken, die vorher so entspannt nicht möglich waren...

    Gemessen habe ich bisher noch nicht, habe aber jetzt das Equipment von Maldix hier und werde das bei Zeiten nachholen. Dann ist auch ein Test mit foobar und dem EQ, so wie Bernie das aktuell betreibt, geplant - es gilt weiterhin den Bassbereich zu optimieren...


    Jedenfalls sind durch die recht günstigen Maßnahmen die Gedanken an Wechsel von Elektronik und/oder LS wieder in weite Ferne gerückt - Musikhören ist jetzt angesagt!
    Der deutsche Sommer tut sein Übriges für lange Stunden vor der Anlage dazu...

    Während ich hier den Bericht schreibe, läuft übrigens Best of Sade aus der letzten Vinylbestellung...

    So – jetzt muss ich kochen und gehe anschließend aus. Morgen höre ich dann wieder Musik…


    Gruß, Tom
    ... just listen
    nach oben springen

    #52

    RE: Herangehensweise?

    in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 18.06.2016 18:33
    von tom539 • 1.554 Beiträge

    Hier noch ein paar Bilder:

    Bildoptimierung:
    Bild entfernt (keine Rechte)

    Pyra Schall:
    Bild entfernt (keine Rechte)

    Bass Trap:
    Bild entfernt (keine Rechte)

    Die Minis (davon habe ich noch reichlich übrig...):
    Bild entfernt (keine Rechte)

    Königspyramide:
    Bild entfernt (keine Rechte)


    Gruß, Tom
    ... just listen
    nach oben springen

    #53

    RE: Herangehensweise?

    in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 18.06.2016 20:51
    von Bernie • 1.255 Beiträge

    Hi Tom,
    Du hast ja jetzt nur Absorber verbaut und keinen Diffusor. Ich bin mir da noch total unschlüssig.
    Eigentlich bin ich mit dem Klang absolut zufrieden, messtechnisch sieht es sehr gut aus.
    Allerdings korrigiere ich nur aktiv was den theoretischen Nachteil hat das die Frequenzbereiche die abgesenkt werden immer noch aus einem Mix aus Originalsignal und Reflexion besteht, nur eben aktiv auf den richtigen Pegel gebracht. Besser wäre es natürlich auf passivem Wege zu Korrigieren. Ich denke aber auch das ich das niemals rein passiv hinbekommen werde.
    Dir Frage ist jetzt ob es wirklich eine Verbesserung bringt (im Vergleich zur aktiven Korrektur) hier mit Absorbern zu arbeiten. Ich hatte das ja schon mal ausprobiert, aber eher mit geringer Wirkung.
    Wenn ich das richtig interpretiere bringen die Absorber an der Decke bei Dir am meisten ?

    Grüße,
    Bernie


    PC mit Audiophile Optimizer, Fidelizer Pro, Roon, Mathaudio Room EQ (offline Faltung)-> AIR -> Devialet 1000Pro CI -> Inakustik 4004 AIR LS Kabel -> Vivid Audio Giya G2
    zuletzt bearbeitet 18.06.2016 20:53 | nach oben springen

    #54

    RE: Herangehensweise?

    in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 18.06.2016 22:08
    von Rasenfan • 190 Beiträge

    Hallo Tom, nach meinen Erfahrungen ist Absorobtion immer wichtiger als Diffusion, beides wäre perfekt. Den Effekt können keine aktiven Systeme ersetzen. Insofern bist Du auf dem richtigen Weg. Man muss halt ausprobieren, wo sie am Besten platziert werden. Deine Basstraps hast Du allerdings verkehrt eingebaut, die müssen andersherum gestellt werden. So werden sie fast nichts nutzen.


    -Erst testen, dann urteilen-
    Wolfgang
    nach oben springen

    #55

    RE: Herangehensweise?

    in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 19.06.2016 12:41
    von tscherbla • 209 Beiträge

    Hallo Tom,
    Glückwunsch zum mutigen Schritt. Denn im Wohnraum muss man sich an solche optisch drastischen Veränderungen erst mal rantrauen. und dann gleich mit Sprühkleber ran - aah - ich hätte erst mal probiert.
    Wie Du schon beschrieben hast, muss man auch die klanglichen Veränderungen verdauen. Aber, auf Dauer ist es definitiv besser. Aber Du hast die positive Veränderung ja schon bemerkt.

    Wie Wolfgang auch schon festgestellt hat, ist der Kantenabsorber falsch rum. Die Auswirkungen der seitlichen Bilder und der Deckenabsorber ist bei Dir ausgeprägter als bei Bernie, da Du einen größeren Hörabstand hast und sich somit Diffus- Schallanteile vorher ausgeprägter zeigten. Deshalb ist der Eindruck der jetzt schmaleren Bühne auch da. Das ist nun mal so - und richtig. Die Fokussierung wird besser, die Durchhörbarkeit...

    Ja, das Wetter erlaubt es einem momentan, zu experimentieren. Ich bin gerade bei einer aufwendigen Fehlersuche.
    Ich muss zwingend mal wieder ein Ohr bei Dir reinwerfen. Seit meinem letzten Besuch hat sich ja einiges getan.

    Gruß
    Peter

    nach oben springen

    #56

    RE: Herangehensweise?

    in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 19.06.2016 20:20
    von tom539 • 1.554 Beiträge

    Zitat von tscherbla im Beitrag #55

    Ja, das Wetter erlaubt es einem momentan, zu experimentieren. Ich bin gerade bei einer aufwendigen Fehlersuche.
    Ich muss zwingend mal wieder ein Ohr bei Dir reinwerfen. Seit meinem letzten Besuch hat sich ja einiges getan.

    Hallo Peter,

    sehr gerne - melde Dich einfach, wenn Du mal wieder in der Nähe bist oder schon etwas absehen kannst, dann kriegen wir das hin!

    Und wenn wir irgendwas zur Fehlerbehebung beitragen und/oder bei der Suche helfen können, lass es uns wissen...


    Gruß, Tom
    ... just listen
    nach oben springen

    #57

    RE: Herangehensweise?

    in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 20.06.2016 19:54
    von tom539 • 1.554 Beiträge

    Zitat von Bernie im Beitrag #53
    Hi Tom,
    Du hast ja jetzt nur Absorber verbaut und keinen Diffusor. Ich bin mir da noch total unschlüssig.
    Eigentlich bin ich mit dem Klang absolut zufrieden, messtechnisch sieht es sehr gut aus.
    Allerdings korrigiere ich nur aktiv was den theoretischen Nachteil hat das die Frequenzbereiche die abgesenkt werden immer noch aus einem Mix aus Originalsignal und Reflexion besteht, nur eben aktiv auf den richtigen Pegel gebracht. Besser wäre es natürlich auf passivem Wege zu Korrigieren. Ich denke aber auch das ich das niemals rein passiv hinbekommen werde.
    Dir Frage ist jetzt ob es wirklich eine Verbesserung bringt (im Vergleich zur aktiven Korrektur) hier mit Absorbern zu arbeiten. Ich hatte das ja schon mal ausprobiert, aber eher mit geringer Wirkung.
    Wenn ich das richtig interpretiere bringen die Absorber an der Decke bei Dir am meisten ?

    Grüße,
    Bernie

    Hy Bernie,

    ja, die Königspyramiden an der Decke haben die meiste Wirkung.

    Versuche ebenfalls, die Raumakustik auf passivem Weg zu verbessern, damit ich bei Vinyl ebenfalls von den Optimierung profitiere...

    Aus dem open-end habe ich nun einen Kontakt zu einem "Messprofi", der das beruflich macht und den Raum mit professionelen Equipment ausmisst sowie geeignete Maßnahmen vorschlägt - vielleicht bestelle ich den mal...

    Es ist nicht Thomas Fast, falls die Frage aufkommt...


    Gruß, Tom
    ... just listen
    nach oben springen

    #58

    RE: Herangehensweise?

    in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 23.06.2016 12:19
    von woodear • 50 Beiträge

    Beim Lesen des Berichts Schuhmanngenerator von spectralml bin ich auf ein Akustikbild gestoßen, was für Tom? Liesr sich interessant und günstig wenn man es selber macht: http://hifi-ifas.de/diy/akustikbild

    Gruß, woody


    E 810
    zuletzt bearbeitet 23.06.2016 12:20 | nach oben springen

    #59

    RE: Herangehensweise?

    in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 23.06.2016 13:16
    von tom539 • 1.554 Beiträge

    Zitat von woodear im Beitrag #58
    Beim Lesen des Berichts Schuhmanngenerator von spectralml bin ich auf ein Akustikbild gestoßen, was für Tom? Liesr sich interessant und günstig wenn man es selber macht: http://hifi-ifas.de/diy/akustikbild

    Gruß, woody

    Ich habe ja bereits zwei Bilder an den Wänden und diese "ausgekleidet".
    Sind übrigens Originale von einem befreundetem Maler und keine Kunstdrucke von Bildern o.ä.

    Weitere sind erst mal nicht geplant - obwohl ich lange nicht mehr in seiner Ausstellung war...


    Gruß, Tom
    ... just listen
    nach oben springen

    #60

    RE: Herangehensweise?

    in Raumakustik und Aufbau von Komponenten 29.10.2016 23:48
    von Mr.Bojangles • 79 Beiträge

    Hallo miteinander!

    Zur Zeit mache ich mir auch einige Gedanken im Hinblick auf eine Verbesserung der Raumakustik.

    Meine Anlage steht in einem Wohnraum und ist somit den Einschränkungen unterworfen, die damit nun einmal verbunden sind. Dazu kommt, dass es sich um einen Raum mit sehr starkem Nachhall handelt, da er über einen Steinfußboden und eine breite Fensterfront verfügt. Darüber hinaus ist er durch einen Torgang mit einem Nebenraum verbunden.
    Bei der Decke handelt es sich um eine Spanndecke, deren Zwischenraum ich vorsorglich mit 7cm dicken Basotecplatten verklebt habe. Aber das hilft natürlich nicht gegen hochfrequenten Schall.

    Bisher versuchte ich die Probleme auf elektronischem Weg in den Griff zu bekommen; dazu erstellte ich mir passende Filter mit der Software Acourate und ließ alle Musikfiles auf meiner Festplatte mit AcourateNAS neu berechnen. Dies brachte eine deutliche Klangverbesserung (tom539 konnte sich davon schon einmal überzeugen).

    Dennoch komme ich zu dem Schluss, dass dies nicht der Königsweg sein kann. Alle elektronischen Eingriffe lösen die Probleme ja nicht sondern kaschieren sie nur. So wird die Energie der Frequenzen, die starke Reflektionen auslösen, reduziert. Das ändert jedoch nicht das Verhältnis von Direktschall und Reflektionsschall am Hörplatz. Die Energie der problematischen Frequenzen entspricht nun am Hörplatz in etwa dem, was in der ursprünglichen Aufnahme vorgesehen war.
    Aber das muss man sich mal überlegen, da kauft man sich Lautsprecher und Elektronik für teures Geld, damit das Musiksignal ja unverfälscht wiedergegeben wird, und dann wird selbiges am Hörplatz zur Hälfte aus Raumecho gebildet. Ob so das Mastering korrekt abgebildet werden kann? Wohl eher nicht.

    Aus der Erfahrung in der Bildbearbeitung weiß ich, dass jeder Eingriff ins Original destruktiv ist. In vorsichtiger Anwendung kann ein Bild im Look so gepuscht werden, aber wenn eine gewisse Grenze überschritten wurde, wirkt das Ergebnis unnatürlich. So ähnlich dürfte es sich auch im Audiobereich auswirken wenn all zu sehr am Frequenzverlauf herumgebogen wird.

    Deshalb ist es nun mein Ziel, durch Absorption und Diffusion die Raumakustik so sehr zu beeinflussen, wie es die Optik eines Wohnraums so gerade noch zulässt. Bestenfalls braucht es dann keine elektronische Korrektur mehr. Falls doch, so sollte diese so gering wie möglich ausfallen.

    Wenn für die Thematik noch Interesse besteht, so kann ich gerne das Projekt hier in seinem Fortschritt dokumentieren und zur Diskussion stellen.

    LG, Bo

    nach oben springen



    Besucher
    3 Mitglieder und 7 Gäste sind Online

    Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Heinrich20
    Forum Statistiken
    Das Forum hat 689 Themen und 16493 Beiträge.

    Heute waren 19 Mitglieder Online:



    disconnected Foren-Chat Mitglieder Online 3
    Xobor Ein eigenes Forum erstellen