#1

Why Can't You Stop Being an Audiophile ?

in Neuigkeiten & Smalltalk 19.12.2017 14:55
von Pale Blue Eyes • 343 Beiträge

Hallo,

witziger Artikel, den ich auf dieser Stereophile-Webseite gefunden habe: https://www.stereophile.com/content/why-...eing-audiophile . Irgendwie erinnert er mich an „Needful Things“ von Stephen King, den ich vor langer Zeit einmal gelesen habe. "Audio owns my soul!" stellt als Antwort Louis, den Besitzer des Ladens letztendlich zufrieden. Der Verfasser des Artikels kriegt seinen Plattenspieler endlich von ihm wieder ("But! I promise you that once I'm done with it, your turntable will sound better to you than any audio component you've ever heard. Do we have a deal?").

Aber ich schweife ab, ich möchte einfach wissen, wie Ihr die Frage beantworten würdet. Und das ganz ohne Gegenleistung , im Gegensatz zum Roman von Stephen King. Einfach sacken lassen und eine gute, originelle Antwort geben. Die im Artikel verwendeten Antworten scheiden freilich aus. Das wäre zu einfach und sie sind wahrscheinlich auch nicht der Grund für „Being an Audiophile“.

Mit freundlichen Grüßen

PBE

zuletzt bearbeitet 19.12.2017 14:56 | nach oben springen

#2

RE: Why Can't You Stop Being an Audiophile ?

in Neuigkeiten & Smalltalk 19.12.2017 16:12
von typalder • 174 Beiträge

weil es einfach ein wunderbares, erhabenes gefühl ist, wenn man im tunnel ist. mit "tunnel" meine ich, wenn man mit geschlossenen augen vor der anlage sitzt und an nichts denkt, sondern einfach nur zuhört. denn "nicht denken", das können die wenigsten heutzutage. höchstens unter zuhilfenahme von alkohol oder drogen. der audiophile hingegen kann diesen zustand auch nüchtern erfahren.

so sehe ICH das zumindest ;-)

zuletzt bearbeitet 19.12.2017 16:19 | nach oben springen

#3

RE: Why Can't You Stop Being an Audiophile ?

in Neuigkeiten & Smalltalk 20.12.2017 14:48
von Pale Blue Eyes • 343 Beiträge

Hallo,

es stellt sich die Frage: Muss es denn wirklich audiophil sein oder kann man auch mit einer „normalen“ Musikanlage Musik genießen ? Oder entfalten nur wirklich audiophile, ausgereizte Anlagen ein entsprechendes „Suchtpotential“ ? Nach meiner Ansicht ist eine wesentliche Triebfeder für Audiophile der Wunsch nach Perfektion, um Musik auf ausgereizten Anlagen möglichst perfekt genießen zu können.

Allerdings: Perfektion setzt auch voraus, dass die Musik ebenso perfekt interpretiert, aufgenommen und abgemischt wird. Das ist aber leider nur noch ganz selten der Fall, außer man ist Klassikhörer. Somit kann man nur relativ wenige Referenzaufnahmen audiophil genießen, bei den anderen Alben muss man über die mäßig Klangqualität hinweghören, was dem Audiophilen wohl noch schwerer fällt als dem Normalhörer.

Was also ist dann die Konsequenz aus dem Dilemma ? Könnte man damit aufhören, audiophil zu sein, wenn es zu 90% keinen Sinn machen würde ? Die Antwort ist wahrscheinlich nein, weil das audiophile Maximierungsstreben sich verselbständigt und auf den technischen Aspekt verlagert hat.

Mit freundlichen Grüßen

PBE

zuletzt bearbeitet 20.12.2017 14:49 | nach oben springen

#4

RE: Why Can't You Stop Being an Audiophile ?

in Neuigkeiten & Smalltalk 20.12.2017 16:45
von Bernie • 1.328 Beiträge

warum sollte man das stoppen wollen ? Scheinbar sind ja nur wenige mit der Fähigkeit gesegnet Musik in Ruhe zu genießen. Nur solche Hörer investieren in ein gutes Setup.
Da könnte man die Frage auch anders stellen: können videophile (davon gibt es viel mehr) statt auf ihrem 65 Zoll LED auch noch auf einem alten 70cm Röhren-TV gucken ?
Oder Gourmets sich nur noch von Tiefkühlpizza ernären ?

Mit einem wirklich guten Setup klingen übrigens überraschend viele Aufnahmen richtig gut. Und auch schlechte Aufnahmen klingen besser als mit einer weniger guten Anlage. Bei mir sind eher 90% aller Aufnahmen so gut dass ich sie über meine Anlage genießen kann. Wäre es wirklich umgekehrt könnte ich vermutlich wirklich aufhören audiophil zu sein.


PC mit Audiophile Optimizer, Fidelizer Pro, Roon -> AIR -> Devialet 1000Pro CI -> Inakustik 4004 AIR LS Kabel -> Vivid Audio Giya G2 + B&W DB1
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#5

RE: Why Can't You Stop Being an Audiophile ?

in Neuigkeiten & Smalltalk 20.12.2017 17:34
von maldix • 2.692 Beiträge

Hi PBE,

Die Frage:

Zitat
Muss es denn wirklich audiophil sein oder kann man auch mit einer „normalen“ Musikanlage Musik genießen



Würde ich vielleicht so beantworten:

Wenn’s um die Musik geht und die im Vordergrund steht, dann kann man das meiner Meinung nach, auch mit einer normalen Anlage oder sogar einem Kofferradio tun.

Das hat man ja auch viele Jahre machen müssen, als es noch keine Anlagen mit einem Gegenwert größer von Kleinwagen gab. Manche hören ja heute auch noch Mono (also ohne Bühne und 3d).

Emotion kommt nicht zwingend von der Perfektion einer Anlage. (m.M)

Wir haben aber schon in früheren Disskussionen festgestellt, dass es auf den High-End Anlagen deutlich mehr Spass macht.

Was du bezgl. der Qualität der Musik (Interpretation, Aufnahme und Bearbeitung) schreibst sehe ich auch so, ebenso „mit dem verselbständigen Maximierungsstreben... ect.).

Typalder hat das mit seinem „Tunnel“ beschrieben, ich nenne es „baden“ in der Musik.


auditorus te salutant
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#6

RE: Why Can't You Stop Being an Audiophile ?

in Neuigkeiten & Smalltalk 21.12.2017 09:49
von Pale Blue Eyes • 343 Beiträge

Hallo,

ich bin mir nicht sicher, ob der Artikel in der Stereophile auf einer wahren Begebenheit beruht oder fiktiv ist. Ich denke aber, dem typischen “Audiophilen“, der im Artikel gemeint ist, ordnet der Autor bestimmte Eigenschaften zu, die vielleicht teilweise auf Vorurteilen basieren, manchmal aber auch wahr sind. Ich vermute, das permanente Streben nach (teilweise minimalen) Verbesserungen, sei es durch Tuning oder kompletten Neukauf gehören auf jeden Fall zu diesem Bild des Audiophilen. Somit auch die rational vollkommen unsinnigen Geldausgaben für lediglich geringe Nutzensteigerungen. Oder das „eingeschränkte, selektive Hören“ von Lieblingsaufnahmen. Man braucht hier nur mal zu beobachten, welche Aufnahmen die meisten „Audiophilen“ zu Hörveranstaltungen mitbringen, oder was ständig auf den Messen läuft. Zum typischen (negativen) Bild gehören für mich auch noch die ausgeprägte Markenaffinität inklusive „Herdentrieb“.

Ich schätze nach wie vor, wie wirklich gut abgestimmte Anlagen die Musik entstehen lassen, am besten auch noch für relativ moderates Geld. Insofern bin ich nach wie vor Anhänger der audiophilen Sichtweise. Von der ständigen Suche nach Verbesserungen sehe ich jedoch mittlerweile ab, da zu teuer, zu aufwändig und nervig. Und was den Hype in den Zeitschriften um bestimmte Marken angeht, bin ich mehr als genervt. Insofern passt das vom Autor erdachte (?) Bild des Audiophilen für mich zum größten Teil nicht (mehr). Auf der eigenen, gut austarierten Anlage weiterhin Musik zu hören, ist dadurch freilich nicht ausgeschlossen und sinnvolle Erweiterungen der Anlage dürfen es auch sein.

Mit freundlichen Grüßen

PBE

zuletzt bearbeitet 21.12.2017 09:55 | nach oben springen

#7

RE: Why Can't You Stop Being an Audiophile ?

in Neuigkeiten & Smalltalk 21.12.2017 16:15
von typalder • 174 Beiträge

naja, dass der artikel ne glosse war bzw. ist, sollte wohl jedem klar sein ;-)

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#8

RE: Why Can't You Stop Being an Audiophile ?

in Neuigkeiten & Smalltalk 21.12.2017 17:17
von tom539 • 1.663 Beiträge

Zitat von Pale Blue Eyes im Beitrag #6

Ich schätze nach wie vor, wie wirklich gut abgestimmte Anlagen die Musik entstehen lassen, am besten auch noch für relativ moderates Geld. Insofern bin ich nach wie vor Anhänger der audiophilen Sichtweise. Von der ständigen Suche nach Verbesserungen sehe ich jedoch mittlerweile ab, da zu teuer, zu aufwändig und nervig. Und was den Hype in den Zeitschriften um bestimmte Marken angeht, bin ich mehr als genervt. Insofern passt das vom Autor erdachte (?) Bild des Audiophilen für mich zum größten Teil nicht (mehr). Auf der eigenen, gut austarierten Anlage weiterhin Musik zu hören, ist dadurch freilich nicht ausgeschlossen und sinnvolle Erweiterungen der Anlage dürfen es auch sein.

Mit freundlichen Grüßen

PBE


Hallo PBE,

ich habe den verlinkten Artikel bisher (noch) nicht gelesen, möchte aber Deinen Part mit "wirklich gut abgestimmte Anlagen" gerne kommentieren...

Meine "alte" Anlage bestand aus der Naim-Kombi NAC-172/NAP-200, REGA RP6 mit Benz ACE SL sowie den Kudos Super10 in Verbindung mit einem Subwoofer PV1D der Marke B&W.
Als KH-Setup spielten der Lehmann BCL SE mit einem Sennheiser HD800, später der AKG K812.

Das war ein prima abgestimmtes Setup und in sich schlüssig, die analoge bzw. digitale Wiedergabe per LS und KH war auf einem gleichen Level, keine Komponente "stach" besonders hervor.
Damit habe ich ca. zwei Jahre (mit sehr moderaten Anpassungen an Kabeln) sehr gut und genussvoll Musik hören können/dürfen.


Dann habe ich Anfang 2016 mit dem ersten Austausch einzelner Komponenten begonnen - muss mal nachsehen, ob es der Tonabnehmer war oder der Wechsel auf die Devialets.

Ende 2017 und einem erheblichen Invest später steht bei mir nun eine komplett andere / neue Anlage, die wieder in sich schlüssig ist (die letzten Schritte sind noch im Gange, bin aber zuversichtlich...), wo keine Komponente besonders hervorsticht bzw. sich als "Bottleneck" herausstellt.
In der Zwischenzeit klang es immer noch sehr gut, die Neuanschaffungen / getauschten Komponenten wurden aber (meiner Meinung nach) eben durch die nicht getauschten Komponenten in ihren Möglichkeiten und Fähigkeiten "begrenzt", konnten also nicht ihr gesamtes Potential zeigen.


Warum erwähne ich das?

Weil man den Austausch einer "stimmigen" Kette zu einer neuen, wieder "stimmigen" Kette - freilich auf einem anderen Level - meiner Meinung nach nicht zum audiophilen bzw. genussvollen und - vor allem - zufriedenen Musikhören braucht.

Ich hatte das hier im Forum bereits an anderer Stelle geschrieben - selbst eine "schlechte" Aufnahme (John Mayer Trio - "Live") treibt mir mit einem "einfachen" KH (Philips M2L oder X2 oder Bose QC35) in entsprechender Umgebung (im Urlaub am Strand sitzend) unweigerlich die Tränen in die Augen.
Zu Hause passiert das nicht und ich mag das Album auf der (alten wie neuen) Anlage nicht wirklich hören - ist doch eigentlich verrückt, aber es stellt sich nicht dieses Gefühl ein...


Daher mein Rat an jeden mit einem "stimmigen" Setup - Never touch a running system!
Das zu erkennen ist leider nicht ganz einfach und u.U. sehr kostspielig…
Es sein denn, der "Weg ist das Ziel" bzw. testen und Optimierung / Tauschen von Komponenten ist der eigentliche Sinn des Hobbys - was absolut legetim ist!

Nein, ich bin nicht unzufrieden mit dem aktuellen Stand oder bereue die ganzen Schritte – sie wären nur nicht zwingend notwendig gewesen…


Gruß, Tom
... just listen
zuletzt bearbeitet 21.12.2017 17:44 | nach oben springen

#9

RE: Why Can't You Stop Being an Audiophile ?

in Neuigkeiten & Smalltalk 22.12.2017 04:30
von maldix • 2.692 Beiträge

Wenn die Musik im Vordergrund steht, dann ist ersteinmal die Technik sekundär.

Ich habe schon oft gigantisch gut gemachte Musik live auf verdammt schlechter Technik gehört.
Ich trenne da mal nich zwischen einer HiFi und Profi Technik. Ein geiler Musiker, der keine Kohle für ausgefeilte Bühnentechnil hat, ist und bleibt ein geiler Musiker. Natürlich klingt es mit entsprechendem Equipment besser, keine Frage.

Umgekehrt wird nicht zwingend ein Schuh daraus. Da kann die geilste Anlage, oder Instrument der Welt stehen, wenn der Musiker nix taugt, viel Spaß.

Es ist auch sicher so wie Bernie das schreibt, dass es ein Niveau gibt unter dem man als High Ender nicht gerne hören möchte. Diese Aussage ist aber gut zu machen, wenn man über entsprechende Möglichkeiten und Mittel verfügt.

Analogie:
Es lässt sich trefflich über die Wahl der Speisen streiten, wenn der Magen gefüllt ist.

Es gibt viele Menschen, die verstehen nicht über was wir so schreiben bzw haben wenig Verständnis
dafür warum wir für eine neue Itteration unseres Equipments so tief in die Tasche greifen.

Ich wage die Aussage, keine der Anlagen derer die hier aktiv schreiben, bedarf eigentlich irgendwelcher Veräderungen um audiophil zu klingen. Einige sind mir davon durchaus bekannt, zumindest in einem früheren Stadium. Darauf Gründe ich meine Annahmr. Da niemand sich i.d.R. verschlechtern wird, gehe ich davon aus, näherungsweise richtig zu liegen. Besser geht immer, wobei besser durchaus subjektiv sein kann.

So kenne ich auch neben der Metamorphose meiner eigenen Anlage unter anderem die von Tom. Es ist so, das hat früher schon geil und vor allem audiophil geklungen und auch angemacht.

Das was jetzt spielt, liegt in jeder Hinsicht deutlich darüber. Wäre schlimm wenn nicht. Die Beweggründe nach Veränderung, waren also nicht „Weil es schlecht war oder was gefehlt hat“, Sicher nicht.

Ich hatte mit den vorangegangenen Setups bei Tom, schon vielen Stunden richtig gut Musik gehört.

Genau so war es auch bei vielen anderen Anlagen.
Der Wunsch nach einer noch optimaleren Wiedergabe, wird schwieriger umso besser (meist auch teurer) die Ketten werden. Sind diese schon am oberen Ende angekommen, hilft derzeit vielleicht nur noch das „Einsegnen durch den Papst“ (oder vergleichbar)

Ich frage mich aber:

Was wäre, wenn es eine neue Erfindung gäbe, ein „analoges digitales“ All in One Gerät also, das Musik so wiedergibt, so wie diese in Wirklichkeit klingt, und das vielleicht nur 1000 Euro kosten würde und nicht aussieht wie im HiFi Laden?
Glück oder Segen?


auditorus te salutant
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#10

RE: Why Can't You Stop Being an Audiophile ?

in Neuigkeiten & Smalltalk 22.12.2017 07:54
von Pale Blue Eyes • 343 Beiträge

Hallo @typalder,

Zitat von typalder im Beitrag #7
naja, dass der artikel ne glosse war bzw. ist, sollte wohl jedem klar sein ;-)

ich vermute mal, dass die Geschichte einen wahren Kern hat bzw. dass es einen entsprechenden Anlass für den Artikel tatsächlich gibt. Vielleicht der Verfasser tatsächlich mit einem Hifi-Händler über „audiophile“ Einstellungen diskutiert. Für die witzige Geschichte "drum herum" könnte der Autor möglichweise, wie ich bereits vermutet habe, von „Needful Things“ inspiriert worden sein. Die Adaption finde ich aber durchaus gelungen.

Mit freundlichen Grüßen

PBE

zuletzt bearbeitet 22.12.2017 07:55 | nach oben springen


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