#1

Customization Kopfhörer - "Made in Germany"

in Kopfhörer 13.10.2016 23:48
von tom539 • 3.045 Beiträge

Hallo zusammen,

auf der diesjärigen CanJam lernten Maldix und Sacul Hans kennen, der sich mittlerweile als Robodoc hier im Forum angemeldet hat.

Hans ist der Entwicklungsleiter eines sehr interessanten Projektes - die Entwicklung und Herstellung eines "Customization Kopfhörers".
Er hat uns gebeten, einen eigenen Thread hier zu öffnen, in dem das Thema diskutiert und konstruktive "Kritik" und Form von Meinungen, Einschätzungen und/oder auch anderen "Denkanstößen" geäußert werden kann/soll.

Weitere Info´s werden von Maldix und Robodoc noch ergänzt - wir freuen uns auf einen interessanten Gedankenaustausch


Gruß, Tom
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#2

RE: Customization Kopfhörer - "Made in Germany"

in Kopfhörer 14.10.2016 00:43
von maldix • 3.626 Beiträge

Hi Zusammen,

Danke Tom, dass du hier den Thread aufgemacht hast. Ich liege gerade etwas hinter meinem Zeitplan ,-).

Sacul und ich hatten beim Besuch der CanJam 2016 in Essen u.a. die Gelegenheit die weiteren Entwicklungsschritte des Kopfhörer Projektes der Uni-Niederrhein, das uns (mir) auch im letzten Jahr schon sehr positiv aufgefallen war, zur verfolgen.

In diesem Zusammenhang konnten wir doch ein höchst angeregtes und sehr interessantes Gespräch mit dem verantwortlichen Leiter, einem "leibhaftigen hifi-musik-verrückten Professor" führen .

Dabei erfuhren wir jedenfalls einiges über den aktuellen Entwicklungsstand, die zwischenzeitlich gewonnenen Erkenntnisse und nächsten Ziele. Wir erfuhren aber auch, dass es wie in jedem Projektgeschäft, einige Wirren und Rückschläge zu verzeichnen gab, die das Vorhaben zeitweise auch völlig in Frage gestellt haben.

Sacul und mir, sind solche Projektverläufe nicht wirklich unbekannt. Wir konnten hier die Schilderungen zu diesem Projekt gut nachvollziehen, da wir hier deutliche Parallelen zu größeren IT Projekten ziehen konnten.

So war es dann noch nicht einmal mehr eine Frage der Zeit, bis wir über Foren, Webseiten und im speziellen von der Westdrift sprachen. Es mag auch vielleicht etwas an meinem Shirt mit entsprechend großer Aufschrift und den überreichten Visitenkarten gelegen haben, wer weiß das im Nachhinein noch so genau. Letztlich hatten wir doch scheinbar so viel Eindruck hinterlassen, dass wir „Robodoc“ den Leiter des Projekts hier als Member begrüßen konnten, obwohl er bezüglich Foren und Umgangston in manchen (einige hier kennen diesen Umstand auch), etwas leidgeplagt ist.

Da freutet es uns, dass wir auch etwas mit Stolz darauf verweisen konnten, dass wir alle bei uns im Forum versuchen einen fairen Umgangston zu wahren, selbst wenn die Diskussionen in der Sache auch mal etwas anspruchsvoller geführt werden.

Mit unserem übergreifenden Ansatz sind wir grundsätzlich offen für alle Themen und besonders, wenn diese so spannend sind wie das forschungsseitige befassen mit Kopfhörern und Herstellungsmethoden.

Aus meiner Sicht fand ich darüber hinaus auch spannend, dass man es nicht beim rein wissenschaftlichen Ansatz belässt und Grundlagenforschung betreibt, sondern dass man nicht den Bezug zur Realität verliert und darüber hinaus einen weiterführenden Fokus vertritt und ein solches Unterfangen auch in eine gewinnbringende Unternehmung überführt.

Das hatte ich so zumindest aus dem Gespräch heraus mitgenommen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass sich in diesem Zusammenhang auch hier im Forum vielversprechende konstruktive Diskussionen ergeben können. Schließlich verfügen wir in der Westdrift auch über einiges an Know How und Erfahrung von Membern die sich seit Jahren intensiv mit Themen rund um Kopfhörer beschäftigen.

Mich würde es hier freuen, wenn wir zum Verlauf dieses Projektes zeitnah und direkt aus der Quelle mit Informationen versorgt würden und sich vielleicht auch mal die Gelegenheit ergibt evtl. auch etwas zur Entwicklung mit beizutragen. Da sollten sich doch auch Members für Hörsessions, gern auch mal von Prototypen ect. finden lassen ,-).

Dies könnte aus meiner Sicht gerade bei Abstimm-Test schon dienlich sein, ein paar „Holzohren“ aus unserm Forum mal mit hören zulassen um dann mit konstruktiver Kritik aus der Zielgruppe etwas voran zu treiben. Vielleicht gibt es ja irgendwann auch mal ein Modell „Westdrift“ grins ;-).

Das Projekt würde ich gerne auf der Homepage etwas umfangreicher vorstellen, falls robodoc dies möchte.

Hier im Forum wäre es vielleicht ausreichend den Rahmen vielleicht mal kurz vorzustellen, so dass wir auch entsprechende Themen mit diskutieren können.

Vielleicht haben aber auch schon Members Fragen, Anregungen ect.

Ich finde es echt geil, dass wir die Chance haben hier ein Ohr direkt am Geschehen zu haben.


auditorus te salutant
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#3

RE: Customization Kopfhörer - "Made in Germany"

in Kopfhörer 14.10.2016 11:49
von Robodoc • 39 Beiträge

Also zunächst vielen Dank an dieses Forum für den freundlichen Empfang und für das Interesse an meinem/unserem Projekt. Ich benutze im weiteren gerne das "unser" im Zusammenhang mit dem Projekt, möchte aber hier einmal klar sagen, dass diese Formulierung nicht als Pluralis Majestatis gemeint ist, sondern aussagen soll, dass die beschriebenen Arbeiten nun mal nicht meine individuellen Arbeiten sind sondern die Arbeiten eines Teams. Ich werde auch zu gegebener Zeit die wichtigen Player des Teams vorstellen, aber das führt im ersten Beitrag etwas weit. Generell zum Team ist zu sagen, dass in meinem Labor ca. 20 Personen, darunter Studenten, Hiwis, Wissenschaftler, Professoren und sonstige Mitarbeiter an dem genannten Projekt mitwirken. Das ganze geschieht sehr strukturiert und unter einer professionellen Projektleitung. Ich bin nicht wirklich der Projektleiter im operativen Sinne, sondern als Laborchef eher so eine Art Direktor und wissenschaftlicher Beirat und als Vorgesetzter der Projektleiterin natürlich im klassischen Sinne der Verantwortliche des Projekts. Und ich bin der kritischste Kritiker ... weil selbst Kopfhörerfan und Hififreak seit Jahrzehnten. Und ich dieser Mischfunktion wahrscheinlich tatsächlich ein Stück weit der "leibhaftige hifi-musik-verrückte Professor" wie Maldix mich oben nennt.

Ich erinnere mich gut an den Besuch von Maldix und Sacul an unserem Tisch auf der CanJam. Lustig war, dass als die beiden am frühen Sonntag abend bei uns eintrudelten, die CanJam schon offiziell vorbei war. Trotzdem haben wir uns wahrscheinlich eine ganze Stunde oder so unterhalten, Visitenkarten ausgetauscht und über Kopfhörer philosophiert. Irgendwie kam bei mir spontan ein Gefühl auf als wäre das ganze ein Meeting von Kopfhörerverrückten, die irgendwie auf einer Wellenlänge liegen. Daher hat es uns auch kaum gestört, dass um uns herum bereits alles abgebaut und weggeräumt wurde und wir daher unseren Stehplatz immer mal wechseln mussten. Meine Projektleiterin hat natürlich erkannt, dass sich da drei Kopfhörerfreunde gesucht und gefunden hatten. Sie hat dann im Hintergrund dafür gesorgt, dass unsere Demohörer lange genug auf dem Tisch für Maldix und Sacul im spielbaren Zustand verblieben sind und erst quasi zu allerletzt weggeräumt wurden. Aber auch nach dem Hörtest haben wir noch weiter gesprochen, bis wirklich der letzte Tisch weggeräumt war.

Aber worum geht es eigentlich?
Wir entwickeln in meinem Labor High End Kopfhörer. Und zwar konzeptuell und auch prototypisch. Die Prototypen zeigen wir regelmäßig auf der CanJam Europe in Essen und informieren dort über unser Projekt. Der Hintergrund dieser Aktivität ist jedoch weniger die Entwicklung eines einzelnen Kopfhörers. Unsere Aufgabe besteht in der Entwicklung eines Baukastenkonzeots dür individuelle Kopfhörer ... dazu haben wir sogar einen Leitsatz eintwickelt, der die Idee auf den Punkt bringen soll "Get Ready For Customization.“ Die Idee, individuelle Produkte zu fertigen, ist nun sicherlich nicht neu. Automobilhersteller tun das schon lange. Man kann dort im Internet in einem Konfigurator sein indivuduelles Auto zusammenklicken und dabei gleichzeitig beobachten, wie der Preis sich verändert, wenn man ausgehend von einer 4 Zylinder Variante auf 6 Zylinder "aufwertet". Dieses plakative Beispiel soll zeigen, wo wir hinwollen. Nicht wo wir sind.

In der Kopfhörerbranche ist das Neuland. Es gibt Ansätze des Customization von Beyerdynamic unter dem Label Manufaktur. Dort werden einige wenige Hörer aus dem Portfolio des Herstellers durch wählbare Ergänzungen individueller Elemente und Gravuren zum Einzelstück. Das ist sicherlich ein erster respektabler Ansatz in die Richtung Customization. Das gibt es bereits und das funktioniert.

Wir arbeiten an einem weiter gefassten Customization Begriff. Wir wollen ein umfassendes Baukastensystem entwickeln, mit dem auf der Basis von verschiedenen Bau- und Halbfertigteilen in kürzester Zeit ein individueller Hörer nach Kundenwunsch montiert werden kann. Dabei ist der Begriff "kürzeste Zeit" zu definieren und daraus eine Lagberbestands- und Fertigungsdisposition zu erstellen, die z.B. gewährleistet, dass 95% der Aufträge aus einem Konfigurationstool innerhalb einer Zeit von 2 Wochen ausgeliefert werden können.

Rechnerisch kommt man bei unserem Konzept tatsächlich auf mehrere Zehntausend mögliche Varianten. Der Schlüssel zur individuellen Herstellung ist eine saubere Definition mechanischer und akustischer Schnittstellen. In einem Interview habe ich vor kurzem plakativ gesagt. "Wir wollen, dass jeder Kunde den Hörer erhält, nach dem er schon lange sucht. Offen oder geschlossen. Leder oder Velours. Kunststoff oder Holz. Rot oder Schwarz. Auch technisch: Magnetostat oder Dynamiker. Auch klanglich: Jazz oder Techno. Rock oder Klassik."

Nun aber zum wesentlichen:
Wir sind kein Kopfhörerhersteller. Wir planen, entwerfen und dimensionieren sozusagen "am grünen Tisch" eine Kopfhörerfabrik, die eben solche Customization Hörer individuell oder auch in preisattraktiven Kleinserein herstellen kann. Unser "grüner Tisch" ist eine Fabriksmulation und das Ergebnis am Ende des Tages soll logistisch und kaufmännisch vollständig durchdachter Businessplan für ein solches Unternehmen sein, neben der virtuellen Fabrik im Rechner, die zur Visualisierung und Optimierung der Konzepte dient. Um das alles möglichst realistätsnah zu gestalten, haben wir zur Erstellung der prototypischen Hörer, die wir auf der CanJam zeigen, 3D-Druck (Rapid Prototyping) eingesetzt und die Hörer optisch aufbereitet durch Endlackierung etc. Natürlich werden wir auch weiterhin Prototypen bauen, um unsere Konzepte zu verifizieren. Und ich habe, als "leibhaftiger hifi-musik-verrückter Professor" nun mal die Anforderung an diese Prototypen, dass die auch meinen Ansprüchen an Haptik, Komfort und vor allem Klang entsprechen müssen. Trotzdem handelt es sich bei unserem Projekt primär um ein logistisch orientiertes Fabrikplanungsprojekt.

In anderen Foren wird heftig über einen "Verdacht" spekuliert. Man "befürchtet", ein Teil des Teams könnte auf die "verwerfliche" Idee kommen, das durch harte Arbeit erworbene Know-how dazu zu verwenden, damit einen Teil des Lebensunterhalts zu bestreiten. Ich finde das eher belustigend, weil man uns damit mit Beyerdynamik oder Hifiman gedanklich auf eine Stufe stellt. Nun, das sind wir leider nicht. Wir können das nicht in Serie, was wir in Einzelfertigung können. Allerdings ist der "Verdacht" ernst gemeint und wird bisweilen vorwurfsvoll vorgebracht

Das frage ich mich dann schon, was daran vorwurfsvoll wäre, wenn Studenten das erarbeitete Know-how nutzen, um davon VIELLEICHT IRGENDWANN einmal leben zu können. Alles ist möglich, aber es gibt keine konkreten Planungen. Es gibt auch keinen Investor, wie immer schon mal behauptet wird. In einem anderen Thread habe ich mal formuliert ... was ist daran verwerflich, wenn man manchmal davon träumt, dass es irgendwann mal einen kleinen edlen Kopfhörerhersteller am Niederrhein geben könnte?

Jetzt zum Schluß meines initialen Beitrags in diesem Thread zitiere ich mich selbst aus dem Vorstellungthread, denn dort habe ich schön formuliert, was wir konkret vorhaben in den nächsten Monaten. Wir werden mehrgleisig fahren:
1. Die Entwicklung unserer Prototypen schreitet voran und wir hoffen, auf der High End eine neue Variante vorstellen zu können. Spätestens auf der CanJam in Essen nächstes Jahr sind wir definitiv wieder am Start.
2. Unsere virtuelle Fabrik wird als Forschungsprojekt weiterlaufen, die Beteiligung von Studenten und Wissenschaftlern im Umfeld meines Labors hat mich überzeugt, dass wir das nicht fallen lassen dürfen. Da hängen Forschungsarbeiten von Lageroptimierung über Fabriksimulation bis hin zu Fertigungsverfahren dran und wenn ich das stoppen würde, würde ich eines der innovativsten Projekte in der deutschen Hifiszene abwürgen.
3. Unsere "audiophilen Methoden", also alles was die klangliche Abstimmung von Kopfhörern angeht, die Erkenntnisse dazu werden in der interessierten Community veröffentlicht. Als schönes Nebenprodukt - das sehe ich jetzt schon - entstehen in dieser Community fast wasserfallartig Erkenntnisse und Methoden durch Übertragung auf andere, kommerzielle Hörer. Ein Beispiel: da ich mich ja nun etwas mit der Technik auskenne, ist es mir gelungen, meinen neuen Fostex TH-X00 sowohl klanglich noch in eine Richtung zu optimieren, die mir eher zusagt, als auch kleine haptische und optische Veränderungen dort zu implementieren, die den Hörer einfach wertiger machen. Solcherlei wird jetzt veröffentlicht, und dazu alles unsere "Tipps und Tricks" betreffend, weil ich solche Bashingkampagnen so nicht mehr haben will.
4. Das, was wir auf der jeweilig als nächst anstehenden Präsentation zeigen wollen, sei es High End oder CanJam, das bleibt bis dahin unter der Decke. Ein bisschen Jack Out Of The Box müssen wir dann ja doch noch spielen. Das lässt uns auch die Option, irgendwann eine studentische Gründung zu forcieren, wenn es denn wirklich passiert.

Und ganz zum Schluß möchte ich noch sagen @Maldix, dass ich gerne eine Darstellung auf der Homepage unterstütze, Bild- und Textmaterial liegt vor. Messungen z.B., wenn sie denn vom Projektteam veröffentlicht werden, können gerne via www.prof-x.de verlinkt werden.

Ich finde es geil, dass man in der Hifi Szene mittlerweile über uns spricht. Nach nur zwei Jahren in der Szene und auf der CanJam ist das ein großer Erfolg wie ich finde.


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#4

RE: Customization Kopfhörer - "Made in Germany"

in Kopfhörer 14.10.2016 13:21
von maldix • 3.626 Beiträge

Hi Robodoc, Hi Zusammen,

@robodoc das mit dem "leibhaftigen hifi-musik-verrückten Professor" war und ist von mir wirklich lieb gemeint und entspricht auch deinem beschriebenen Gefühl, dass man sich getroffen hat und auf einer guten Ebene versteht.

Ich hatte mich gestern mal kurz mit Tom bezüglich der noch ausstehenden Berichte und auch über Euer Projekt unterhalten. Dabei haben wir auch festgestellt, dass wir schon länger keine Kopfhörer Session mehr gemacht haben.

So kam uns die Idee, dass es schon mal wieder an der Zeit wäre im Herbst mal eine nette Hörsession zu machen. Dabei könnten wir sicher auch mal die beiden "Protoypen" Modelle (sofern ihr da vielleicht eingespielte Testmodelle verfügbar habt) mit einbeziehen.

Normalerweise haben wir Kopfhörersessions ohne großen Vorlauf initiiert, doch vielleicht hätten auch noch andere im Forum Interesse sich zu beteiligen. Wenn jeder da etwas an Equipment beisteuert / mitbringt, lässt sich auf diese Weise ein guter Leistungs-Querschnitt darstellen.

Je nach Vorlauf, können wir auch noch Versuchen die eine oder andere Leihstellung für ein solches Vorhaben bekommen.

Je nach dem was wir an Komponenten verfügbar haben, können dann diverse Szenarien mit unterschiedlichen Kopfhörern, evtl. auch im Vergleich zu stationären Anlangen gemacht werden.
Analoge Quellen, Digitale Quellen, DACs, Kopfhörer Verstärker, Auswirkungen Strom, Kabel ...

Also eine echt spannende Sache. Da könnte ich mich je nach Teilnehmer Anzahl und Ort, auch als einen Part, so im Sinn eines Workshops, vielleicht eine Präsentation des Projekts mit einbeziehen.

Was meint Ihr?


auditorus te salutant
zuletzt bearbeitet 14.10.2016 13:22 | nach oben springen

#5

RE: Customization Kopfhörer - "Made in Germany"

in Kopfhörer 14.10.2016 20:22
von Robodoc • 39 Beiträge

Aus meiner Sicht gerne. Ich muss halt frühzeitig Bescheid wissen. Es gibt bislang nur das Prototypen Pärchen von der CanJam. Ein weiteres Pärchen haben wir in Vorbereitung, aber das kann noch dauern bis zur Fertigstellung. Dort wird dann die Begrenzung der Verdrehung eingebaut sein, das ist jetzt konzeptuell fertig. Ich werde das zweite Pärchen natürlich nutzen um weitere Abstimmungsvarianten zu zeigen. Daher wäre das ideal, wenn die schon da wären.

Privat kann ich zusätzlich anbieten:
Audeze LCD-2 Fazor mit Alcantara
AKG K812 mit Custom Kabel
Hifiman HE-5LE (mein Benchmarkhörer)
Hifiman HE-350
Fostex TH-X00 Purpleheart mit Mod nach Prof-x.de
sowie als Antriebe verschiedene DAP (Ibasso DX80 und DX90) plus ein Meier Classic FF

Außerdem würde ich die Truppe dann gerne in mein Labor der Hochschule in Krefeld einladen. Dort können wir einen Seminarraum für die Gerätschaften bereitstellen und eine Präsentation unseres Projekts mit Laborführung gibt es dann natürlich auch. Ich denke, wenn wenn jeder dann was ess- und trinkbares mitbringt, und anschließend beim Aufräumen mit anfasst, dann ist der Aufwand recht klein. So langsam nimmt übrigens auch der Thread im Hififorum wieder inhaltlich Form an. Ich kopiere das mal zur Information hierher. Gefragt war nach der Vorgehensweise der Individualisierung insbesondere im Hinblick auf die klangbestimmenden Teile.

Zitat


Es gibt ja bereits Konzepte, die mir immer genannt werden, wenn ich über unser Projekt berichte. Ein Beispiel die Manufaktur Reihe von Beyerdynamic. Ein Konzept, dass ich im übrigen sehr gut finde. Aber das geht mir für meine Idee nicht weit genug.

Es gibt Bauteile, die nichts am Klang tun, wohl aber am Komfort, an der Optik und der Wertigkeit ... darauf fokussiert diese Reihe und lässt da eben Optionen zu. Diese Optionen ziehen wir natürlich auch alle. Lasergravur ... kein Problem. Mooreiche ... machbar.

Uns Kopfhörerfreaks interessiert aber eher die Variation der klangbestimmenden Teile. Wer hat denn nicht schon mal die Polster einen Hörers gewechselt, in der Absicht oder wenigstens der Hoffnung, eine Klangveränderung zu erzielen, die den persönlichen Präferenzen zuträglich ist. Manchmal klappts. Aber oft geht das jedoch sprichwörtlich in die Hose, funktioniert einfach nicht oder hat Effekte, die unerwünscht sind. Klangverändernd sind also schon mal die Polster. Und nicht immer so wie gewünscht.

In unserem Konzept sind Schalenaufbau und die Treiber von besonderem Interesse. Im Moment haben wir unseren Magnetostaten so aufgebaut, dass durch einen Austausch eines kleinen Elements mehrere verschiedene Klangsignaturen mit dem gleichen Treiber möglich sind. Wir kommen momentan so auf drei unterschiedliche Abstimmungen, eine vierte ist in Vorbereitung. Weiteres Element ist die Frontplatte, die den Treiber trägt und die Polster ankoppelt. Hier haben wir momentan zwei verschiedene Varainten im Prototypenstadium. Eine frontseitige Bedämpfung in verschiedenen Ausführungen variiert die Mitten und Höhen, diese ist unter dem Polster angebracht und auch vom Anwender austasuchbar, genauso wie das Polster selbst.

Der dynamische Treiber, den wir verwenden, läßt da weniger Möglichkeiten. Hier verbleibt uns momentan eigentlich nur die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Treibern, die bezüglich der Ankopplung schnittstellengleich sind, aber unterschiedliche Freifeldkennlinien aufweisen. Die beiden Frontplattenvarianten gibt es auch hier und die sind ebenfalls schallbeeinflussend. Zudem läßt die innere Bedämpfung in den Schalen und die Beflockung der Innenseiten weitere Optionen.

Dazu gibt es Schalen in offen und geschlossen und voraussichtlich auch in zwei verschiedenen Größen (wenigstens den geschlossenen mit dem kleineren 40mm Treiber, das haben wir konkret in der Planung). Verschiedene Schalenmaterialien und innere Aufbauten. Resonatoren und Schallführungselemente sind insbesondere im geschlossenen Gehäuse möglich. Da wissen wir aber noch nciht so recht, inwieweit das in unsere Prototypen eingehen kann.

Dazu wollen wir als Highend Dynamik Option einen geschlossenen Hörer mit mindestens 2 zuschaltbaren Sperrkreisen je Seite entwickeln, der dann per Mikroswitch oder besser noch per Bluetooth (Zukunft) ein Umschalten zwischen 4 Klangsignaturen erlaubt. Eine solche Platine ist in Vorbereitung, allerdings ohne BT. Dann hätte man alle Signaturen in einem Hörer. Aufwendig aber machbar, vielleicht auf der nächsten CanJam zu sehen.

Also eine riesige Menge von möglichen Permutationen. Wir könnten jetzt messen und Kennlinien aufnehmen wie die Bekloppten ... nur wäre das eine Arbeit für jemand, der Vater und Mutter erschlagen hat. Klar werden wir viele viele Messungen machen aber am Ende des Tages wird eine Simulation das jeweilig gewählte Klangprofil im Konfigurator berechnen und die dafür notwendigen Bauteile und Dämpfungselemente in einem Kommissionierungsplan zur Montage zusammenstellen.

Klingt kompliziert? Ist es auch ... wir fangen jetzt so langsam an, die Vielfältigkeit der Optionen zu sortieren. Grad fällt mir ein, ich habe gestern in einem Thread zum Hifiman HE400 angeboten, Messungen mit verschiedenen Polstern an zwei Hörern in einer Messreihe durchzuführen, um eben den Einfluß verschiedener Polster auf unterschiedliche Hörer zu untersuchen und zu dokumentieren. Das wird wohl auch passieren und wie versprochen auf Prof-X veröffentlicht. Das ist zunächst für einen eigentlich vordergründig anderen Zweck, aber der Hintergedanke OMG bleibt immer. Und die Frage, wie passt das alles zu unserem Konzept.

Es wird ein riesiger Wust an Daten und Datenschnittstellen, das ist mir jetzt schon klar. Und jede Option, die wir zusätzlich einbringen, potenziert das noch. Natürlich kann der "virtuelle" Kunde im Konfigurator das nicht mehr in Einzelteilen abbilden. Der wäre total überfordert. Aber er wählt z.b. Offen, Holz, dynamisch und Lederpolster aus und bekommt dann die Klangoptionen angezeigt, die damit möglich sind. Hoffentlich alle vier oder mehr, aber wenn das nicht geht muss er eben unter dreien wählen oder sich für eine andere Polstersorte etc. entscheiden. Die Intelligenz steckt dann im System, die virtuelle Fabrik läßt keine Bestellung zu, die nicht machbar ist.

Wir werden die Hörer, und zwar diesmal nicht nur die virtuellen, sondern auch die Prototypen so bauen, dass die Klangoptionen nachrüstbar sind. Nicht als DIY, aber im Virtuellen werden Hörer dazu eingeschickt und zum Festpreis umgebaut und der virtuelle Kunde hat 2 Tage später einen anderen Klang.



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