#1

Kontraste 27. WND - Jazz Festival 2017 im Saalbau

in Konzerte 28.09.2017 16:46
von maldix • 2.226 Beiträge

Hi Zusammen,
wie mein letzter recht kurzfristig durgeführter Besuch in meiner saarländischen Heimat mit wieder eindrücklich zeigte, dass es auch in der vermeindlichen Provinz hervorragende Möglichkeiten gibt, geniale Musik perfekt pärsentiert zu hören.
Im Nachhinein muss schätze ich mit glücklicht, dass ich noch kurzfristig Karten zu den 27. Internationalen St. Wendler Jazz Tagen für die zwei Hauptkonzerte am Freitag 15.9 und Samstag 16.9 bekommen konnte. Diese traditionelle Veranstaltung, die ich auch im letzen Jahr besucht hatte, wurde auch in diesem Jahr im familiären Rahmen im Saalbau, einem ehemaligen Kino, in der direkten Nähe der Basilika in St. Wendel druchgeführt.
Gleich vorweg, Licht und Ton waren an beiden Abenden wirklich genial. Bei freier Sitzplatzwahl hatte ich mir an beiden Abenden den gleichen Platz Mitte Reihe drei, Abstand ca. 8m vom Geschen, Auge in Auge mit den Künstlern und mit dem Ohr direkt an den Instrumenten, ausgesucht. Dies war auf jeden Fall eine sehr gute Wahl. In der Summe dürften ca. 200 Zuhörer sich die Veranstaltungen jeden Abend mit angheört und genossen haben.
Der Organisator Ernest Urmetzer hat es mit seinem Team wieder geschaft ein sehr interessantes Programm unter dem Motto "Kontraste" zu sammenzustellen.
In diesem Jahr spielte das Piano einen zentralen Punkt im Konzertplan. So gab es u.a. einen reinen Piano Abend mit dem lokalkolorit Bernd Mathias aus dem Saarland zum Auftakt des Festivals.
Beim zweiten Konzert der Belgischen Fromation DAAU - der anarschistischen Abendunterhaltung, wurde das Piano durch ein Akkordeon ersetzt. Zuhören gab es aber World Jazz nach dem Motto: Wir wandeln lieber auf abgetretenen Gebirgspfaden, als den großen Autobahen zu folgen, zumindest kann man das dem Programmheft so entnehmen.
Ich für meinen Teil konnte nach den beiden selbst gehörten Doppelkonzert-Abenden vier neue Künstler/ Formationen auf meine Liste der für sehrgut befundenen Musiker schreiben.

Nr. 1 Ketil Björnstad / Piano
Nr.2 Andreas Schaerer & Arte Quartett (/Vocal/Sax (Andreas kannte ich von Hildegard lernt fliegen)
Nr.3 Jasper Van´T Hof und Tony Lakatos /Piano/Sax
Nr. 4 Phronesis und HR Bigband /Piano,Bass,Schlagzeug/ Bigband bekannt u.a. 2016 Jazztage Trages

An beiden Abenden gab es fast 4 Stunden Jazz Musik die mich wirklich unterhielten.
Ketil Björnstad und Jasper Van´T Hof würde ich sofort und ohne zu zögern im gleichen Atemzug mit Keith Jarret oder Iro Rantala nennen. Beide Pianisten verstanden es das Publikum mit Ihrem Spiel und Anektdoten zu begeistern. Dabei war Jasper für mich der absolut Witzigere im Spiel und beim erzählen. Beider Pianisten waren wirklich großartig, wenn auch sehr unterschiedlich. Ketil eher etwas introvertierter und Jasper schon etwas das Gegenteil. Ketil baute schöne Klangwelten auf, die er ausmalte und den Hörer mit auf Reisen nahm. Jasper hingegen modelierte seine Werke aus Phrasen, Meldodie Fragmenten zusammen denn er dann gemeinsam mit Tony weitere Ebenen hinzufügte. Dabei faszinierte mich, wie grandios der über 70zig järige über die Klaviatur fegte. Es kommt nicht so oft vor, das Pianisten wirklich alle Tasten wärend eines Stückes benutzen. Bei Jasper frage ich mich eher, wie oft er alle benutzt hat. Von der Agilität her kam das schon einem Leistungssportler gleich. So hörte man immer wieder auch bekannte Fragmente aus anderen Liedern, die dann Wiederum in neuenanderen Melodien aufgingen. Ketil hingegen war da schon chilliger aber keines wegs, weniger anspruchsvoll unterwegs. Dabei schenkten sich die beiden Pianisten sich aber überhaupt nichts. Auf diese Weise kann ich stundenlang Piano und Sax hören. Klasse.

Das Kontrastprogramm dazu Vocalakrobatik von Andreas Schaerer in Verbindung mit einem Saxophon-Quartett und ein Jazztrio mit BigBand. Was mir oft bei Doppelkonzerten missfällt, ist die Tatsache, dass die Stile der Künstler nicht zusammen Passen und das Publikum in zwei Lager auftrennen. Dies war in St. Wendel nicht so. Die Bläsersätze des Arte Quartets, wobei es u.a. ein Tubix, ein Saxophon das unterhalb des ebenfalls vorhandenen BarionSax spielt und ein seltenes Mezzo-Sax das zwischen Alt und Sopran angesiedelt ist, wurden ideal ergänzt mit der vocalen Höchstleistung von Andreas (wird gerne auch der Bobby Mc Ferrin aus der Schweiz bezeichnet).
Bei Phronesis, einem Trio das ich vorher auch noch nicht gehört hab, gab es ein tolles Projekt zuhören, bei dem die HR BigBand zusammen mit den drei Jungs, mehr oder weniger Musik wie vom anderen Stern spielte. Bei aller Professionallität, die gemachte Musik war perfekt, gefiel mir jeoch nicht, dass die Interaktion zwischen den Musikern für mich etwas zu "steril" rüber kam.
Bei den anderen Künstlern, gab es da mehr "Zusammenspiel" und Spaß haben, und besonderes die HR Bigband wirkte etwas zu "professionell" für meinen Geschmack. Gefallen hat es mir aber trotzdem riesig, zumal es auch noch orientalische Köstlichkeiten fürs Leibliche Wohl gab. Das Versteht man im Saarland halt bestens: Musik,Feiern und dazu "Hauptsach gut Gess"

Wer von Euch sich wirklich gute Musik anhören möchte, der sollte mal bein den Streamern reinhören. Ich habe mir schon mal dazu einige Playlists bei Qobuz angelegt.

Die Konzerte wurden von SR2 aufgezeichnet und werden zeitversetzt an einem Freitag Abend in der Sendung "Jazz-Now" gesendet.


auditorus te salutant
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#2

RE: Kontraste 27. WND - Jazz Festival 2017 im Saalbau

in Konzerte 01.11.2017 06:37
von maldix • 2.226 Beiträge

Hi Zusammen,

Falls sich jemand für die Künstler und das Progemm dieses Festivals interessiert, der Saarländische Rundfunk hat diese Veranstaltungen aufgenommen und sendet diese im Radio Sr2.

Das SR2 KulturRadio sendet die Aufzeichungen in der Sendung "JazzNow" :

SR 2 KulturRadio, Sendung „JazzNow“ sonntags ab 20:04 Uhr
Die Konzert-Aufzeichnungen in der Regel ab ca.21.15 Uhr

SO 05.11. Ketil Bjørnstad
SO 12.11. Andreas Schaerer & Arte Quartett
SO 19.11. Jasper van’t Hof & Tony
SO 26.11. Phronesis & hr-Bigband
SO 03.12. Bigband Urknall feat. Gilad Atzmon


Viel Spaß, vielleicht ist ja auch was neues für Euch dabei.


auditorus te salutant
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