Zitat von tom539 im Beitrag #254
Zitat von tom539 im Beitrag Quo Vadis High End
Bei mir bleibt der Plattenspieler heute auch aus, da ich mich mit dem Stax gleich auch die Terrasse setzen werde (5m-Verlängerung sei Dank...) und die Neuerscheinungen dieser Woche per Qobuz auf die Ohren streame... 
Aber ein Sonntag ganz ohne Vinyl geht eigentlich auch nicht - daher nun auf dem Plattenteller (angeregt durch einen Post von Simplon) eine Ausgabe der "Onkel Pö"-Reihe:


Dazu gibt es einen Tropfen meiner Lieblings-Destille "Highland Park" - nämlich einen Harald aus der Wikinger-Serie... 
An alle Onkel Pö Freunde:
Auf Grund der sehr guten Resonanz der Onkel Pö Reihe sendet das NDR Fernsehen am 28.06.2017 um 21:00 Uhr zur besten Sendezeit nochmals den Film über das Onkel Pö!
Es war brütend heiß, die Luft zum Schneiden, katastrophal verraucht, das Bier war nach zehn Metern zurück an den handtuchschmalen Stehplatz schon fast warm. Ich war so 18 Jahre alt und zum ersten Mal im „Onkel Pö“.
„Onkel Pös Carnegie Hall“ sagte damals schon niemand mehr, die meisten beließen es bei „Pö“. Damit es sich so anhörte, als ginge man dort ein und aus.
Weil jeder, der den Laden am Lehmweg noch erleben durfte, solche Geschichten wieder und wieder erzählt bis heute, da das „Pö“ doch schon seit gut 31 Jahren Geschichte ist, wurde die Eckkneipe in die Riege der Legenden aufgenommen. Dazu beigetragen hat natürlich auch die Liste anderer Legenden, die hier spielten, obwohl sie schon damals Stars waren oder weil sie noch welche werden wollten. U2 zum Beispiel, vor 100 Leuten, die Bono auf die Schuhe hätten aschen können. Jetzt aber, da die Erinnerungen an das „Pö“ doch langsam vergilben, werden sie ganz unerwartet wieder wachgerufen. Und siehe da: Die alten Bilder sind sofort alle wieder da, man glaubt beinahe, die vollen Aschenbecher und Bierfahnen zu riechen.
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Die damals allesamt vom kürzlich verstorbenen NDR-Mann Michael Naura produzierten Mitschnitte führen zudem zurück in eine Zeit, als das Formatradio noch ferne Zukunft war. Lediglich das Konzert von Johnny „Guitar“ Watson von 1976 findet Platz auf nur einer CD, die Auftritte von Chet Baker (1979), Dizzy Gillespie (1978), Albert Collins and The Icebreakers (1980) und der Elvin Jones Jazz Machine (1981) benötigen derer zwei. Das jedoch wäre noch nicht ungewöhnlich. Ein Chet Baker aber füllte die 100 Minuten mit fünf Titeln, deren kürzester sechzehneinhalb und deren längster knapp 28 Minuten dauerte. Elvin Jones spielte damals gar 134 Minuten lang, die Besucher bekamen in dieser Zeit sieben Songs zu hören, darunter mit dem 31-mintigen „Doll of the Bride“ den Rekordhalter der Reihe.
Natrlich geht es um die Songlängen hier nur am Rande. Spannend ist ebenso die Epoche, aus der die Aufnahmen stammen. Dizzy Gillespie etwa näherte sich in diesen Tagen den damals populären Funky Tunes an, während ein Johnny „Guitar“ Watson dem archaischen Funk und Blues seiner frühen Tage inzwischen die neuen Freunde aus dem Jazzlager zu begrüßen schien. Das alles in einem Sound, der eben nicht jenes digitale Sperrfeuer auf jeden noch so kleinen Fauxpas der Aufnahmen richtet, wie das heute bei Live-Mitschnitten üblich ist und deshalb dieselben längst obsolet hat werden lassen. Diese Reihe ist eine noch viel zu kurze Perlenkette, laut Stefan Gerdes werden den ersten fünf auf jeden Fall weitere folgen. Al Jarreaus Karrierestart im „Pö“ hatte damals ja auch der NDR mitgeschnitten. Hoffentlich hält nach dessen Tod nicht irgendein geldgieriges Management die Rechte.
Text von Stefan Krulle
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