Hi Zusammen,
es gibt für mich Instrumente, die mich einfach immer wieder besonders fesseln.
Die Saxophone gehören sind alle sammt Verertreter dieser Gruppe. Das zwar war nicht immer so, aber zunehmend in den letzten Jahren, gefällt mir zunehmend ihr sehr eigener Sound und die klangliche Vielfältigkeit.
Spätestens mit der legendären Aufnahme "antiphone blues" mit Arne Domnerus, wo Sax und Orgel zusammen in einem sakralen Raum spielen, war ich Ihnen verfallen. Viele Freunde audiophiler Musik dieses Klangstarke Instrument mit dieser Aufnahme schon in Ihrer Sammlung.
Das Saxophon unterscheidet sich aber durch seine Linearität und seinen 2,5 Oktaven beschränkten Telefonumfang schon recht deutlich von polyphonen Instrumenten wie einem Piano, einer Orgel oder Seiteninstrumenten wie Gitarre oder Geige. Allerdings kommt es irgendwie der menschlichen Stimme sehr nahe.
Ja Akkorde sind einfachnich drin, es schwingt immer nur ein Ton zur gleichen Zeit, das ist Fakt. Doch durch bestimmte Spieltechniken und die Einbeziehung des Raums lassen sich selbst reine solistische Präsentationen mit Begeisterung hören. Für mich ist es Musik Pur pur und durchaus alles andere als langweilig.
Als Beispiel für eine solche Aufnahme möchte ich Euch ein ganz besonderes Werk des östreichischen Künstlers und Saxophonisten der Fromation Quadro Nuevo, Mulo Francel, vorstellen: The Sax & The Sea.
"Nein es wurde nicht unter Wasser aufgenommen, das geht bekanntlich auch aus physikalischer Sicht nicht, aber die Aufnahmen entstanden in unmittelbarer Nähe des nassen Elements und sind von ihm inspiriert" erzählte mir Mulo einmal in einem persönlichen Gespräch.
Die Idee, geboren, im Schatten der Würzburger Residents in der Nähe des Mains bei Quadro Nuevo Konzert, als Mulo mit seinem Saxophon nach der Pause den Fortgang des Konzerts statt Glocke oder Gong, signalisieren durfte.
Er stand damals in dem risigen Treppenhaus mit seinem enormen Hall, blies als lebendes Pausenzeichen in sein Saxophon und hatte dabei den belibenden Eindruck, „als würde er mitten in der Weite des Ozeans schwimmen“. Das ist vergleichbar mit dem Schnorcheln und Tauchen, einer Leidenschaft, die wir beide teilen. Kann ich sehr gut nachvollziehen.
Das selbst Album entstand über drei Jahre hinweg an vielen Orten zwischen Argentinien und England, zwischen Ägypten und Portugal, an denen er bereits bei musikalischen Reisen nterwegs war. Für die Tonaufnahmen kehrte er mit seinem Saxophon und einem Toningenieur zurück, um in diversen hall- und echoreichen Räumen, in wechselnder Akustik, unterschiedlicher Atmosphäre dieses Album aufzunehmen.
So wurden Lokationen wie Gotteshäusern und Sälen, einer Höhle, einer Zisterne, aber auch am Ufer eines Sees und des Meeres das mobile Studio aufgebaut um die unterschiedlichen Klangfarben des Saxophones in diesen Umgebungen festzuhalten. Wie gut das gelungen ist läßt sich auf dem Album bestens hören.
Das Abum Cover von the Sax & the Sea zeigt ihn auch abtauchend mit dem Saxophon im Mund. Um dieses Bild zu realisiern wurde bei den Tauch Foto- und Video-aufnahmen an einem einsamen Riff von Sharm el Arab im Roten Meer ein altes Ein C-Melodie-Saxophon aus den 20er Jahren ziemlich ramponiert. Salzwasser und viele Tauchversuche setzten dem "guten" Stück schon sehr zu, dass es wenn schon nicht mehr spielbar zumindest auf dem Album Cover gut aussieht.
Zusammenfassung:
Natürlich ist dieses klanglich und musikalisch gut gemachte Album kein Album, dass man jeden Tag aus dem Regal holen wird, sondern es eignet sich meiner Meinnung nach ähnlich wie "antiphone Blues" für die ruhigeren Stunden, wo man Musik such die einen in andere Welten entführt.
Ich mag es, mit einem ägyptischen Malven Tee, der mit einer Zimtstange, etwas Minze, Honig und Zitrone verfeinert wurde, bei langsam orange-dämmerig werdenen Licht diesen Melodien zu lauschen und in Geanken an schöne Unterwasserwelten abzutauchen.