Zitat von Simplon im Beitrag #591
Ich höre gerade A.S. Mutter live in der Philharmonie München. Bericht später.
Hier nun die Besprechung des Konzertes:
Ihr Programm in der ausverkauften Gasteig-Philharmonie war keine leichte Kost. Als Vorgeschmack ließ Anne-Sophie Mutter mit einem bizarren Amerikaner eine musikalische Uhr ticken: "Clockwork" von Sebastian Currier aus viel Klavier und ätherischem Violin-Flirren in den höchsten Lagen. In der 4. Reihe war alles prima zu hören, die Stradivari klang auch bei den leisesten Stellen zart und schön. Letztes Jahr waren selbst die 4 Jahreszeiten von Vivaldi auf dem billigeren Platz weiter teilweise oben kaum zu hören. Wenn schon Mutter, dann vorne, teuer, aber pianissimo-geeignet.
Dann Mozart, in einer seiner bedeutendsten Sonaten für Violine und Klavier, der in A-Dur, KV 526. Bei Ravels G-Dur Sonate war im aufgekratzten "Blues" dann der noble Begleiter am Steinway, Lambert Orkis, fast genauso gefordert, wie im Highlight des Abends: der vierten Sonate von Francis Poulenc.
Der Evergreen von "Introduction und Rondo Capriccio" in a-Moll von Camille Saint-Saëns beruhigte dann wieder. Drei Zugaben gaben Mutter und Orkis. Zum Schluß der Titelsong aus "Schindlers Liste". Der Saal war still, die Stecknadel hätte man hören können, bevor der Schlußbeifall den Saal toben ließ.
Ein toller Abend.
Von Klaus P. Richter am 31.01.2017 in der SZ, stark gekürzt und ergänzt durch simplon hier im Forum