Montag Jazztag
Petter Bergander Trio - the grand dance - 2016

Nach meiner heutigen Arthroskpie am Knie hätte ich nicht gedacht, dass ich schon Muse hätte etwas Musik zu hören.
Doch weit gefehlt, das Hören geht bestens, hab ich’s doch am Knie und nicht am Ohr. Jedoch gestaltet sich das Handling mit der SchallPlatte auf einem Bein und Gehilfen in den Händen sich schon etwas aufwändiger als gedacht. Da wäre im Nachhinein vielleicht Musik aus der digitale Zuspielung wohl etwas geschickter gewesen, Doch was macht man nicht alles aus Liebe zur Musik.
Das heutige Album, das ich nach einem Live Konzert bei den Karlsruher Jazz Tagen 2016 nach einem tollen Konzert und einem sehr netten Plausch mit dem Pianisten Petter Bergander gekauft habe, eignet sich für mich perfekt zum Relaxen.
In Karlsruhe spielte das Trio in einer anderen Besetzung als auf der Platte. Damals waren Eva Kruse am Bass und Mikael Nillson mit am Start.
Petter Bergander gründete 2014 gemeinsam mit dem Bassisten Martin Höper und dem Schlagzeuger Robert Mehmet Sinan Ikiz das auf dem Album zu hörende Trio.
„The Grand Dance“ ist Petter Bergander’s Trio Debütalbum das er zuerst 2015 in Schweden herausgebrachte und erst im Folgejahr 2016 im restlichen Europa.
Mit seinem Trio reiht sich er sich jedenfalls musikalisch hervorwagend in den bunten Reigen der vielen schwedischen Jazzer ein. Mit Größen wie Nils Landgreen, Sofia Petterson, Pauline Kamusewu, Louise Hoffsten, Kaah oder Amanda Jenssen, hat er auch schon seit seinem Musikstudium in Stockholm in den nachfolgenden Jahren
erfolgreich zusammen gearbeitet.
Zur Musik zu seinem Album „The grad Dance“ wurde er inspiriert von einem längeren Aufenthalt in Bangkok.
Petter kam es in dieser Stadt so vor, als würden die Millionen Menschen in diesem Konglomerat aus vielen Nationen sich alle auf tanzende Weise miteinander austauschen. Mit diesem Gefühl, eines Tangos aus Worten und Gesten, entstand letztlich diese Musik des großen Tanzes.
Genau in diese spannende Mindset aus multikulturellen Gegensätzen macht diese Platte zu einem meiner Meinung nach sehr empfehlenswertem zeitlosen Jazz Album. Es eignet ich für mich gleichermassen um vor der Anlage zu relaxen oder um mit einem Kopfhörer konzentriert in die Musik einzutauchen.
Was gefällt mir an diesem Album?
Vielleicht ist es die Art, wie Petter Bergander seinem Flügelspiel gurgelnde verzerrte retrosynthetischen Elemente und Sounds beigemischt, die wenn man Vergleiche mich ganz entfernt etwas an Joe Zawinul erinneren oder die etwas minimalistisch anmutende moderater Umgang mit der elektroakustische Fusion. Ich kann dieses nicht an einzelne Elementen festmachen.
Sein Landsmann Jacob Karlzon zum Beispiel, den ich auch sehr schätze und auch schon live erleben durfte, geht deutlich weiter in ähnlicher Richtung verzahnt diese Fragmente in seinem Album „Open Waters“‘ und neu zu sehr modernen Klangwelten.
Bergander ist hier in der Summe etwas konservativer unterwegs. Er nutzt die doch teilweise etwas exotisch wirkenden Stilelemente wie bunte Farbtupfer, um seine Komposition, die mich manchmal an sehr jazzige schwedische Volkslieder innern, nicht poppig wirken zu lassen.
Das Trio versteht es jedenfalls exzellent das Schlagwerks mit minimalen digitalen teilweisen staubtrockenen Grooves zu versehen. Sie dienen meines Erachtens als rhythmische Leitlinien im Fundament des Albums. Irgendwie hat es etwas von „funky Drumms“. Grundsätzlich wird „The grand Dance“ dadurch für mich sehr gut durchhörbar.
Hier noch das Trio wie es auf dem Album zu hören ist:
Petter Bergander - Grand Piano
Martin Höper - Double Bass
Robert Mehmet Sinan Ikiz - Drums
Klanglich sehr solide gemacht, musikalisch Entspannung pur, was will ich mehr nach einem solchen Tag.
Hier noch der Vollständigkeit halber, die Homepage von Petter Bergander
http://www.petterbergander.com/album/the...e/skivomslaget/